Donnerstag, 11. Juni 2020

Streek redet!

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Lockdown zu früh?

Corona-Forscher Streeck sieht App, Masken und Massentests skeptisch


Von Burkhard Ewert


  • meine Position war immer, dass das Virus nicht bagatellisiert werden sollte, aber auch nicht dramatisiert werden darf
  • anfangs waren sich auch fast alle Virologen mehr oder weniger einig → die Einschätzungen änderten sich dann mit den Bildern aus Bergamo und aus den USA, wo wir schwere Verläufe und auch viele Todesfälle sahen 
  • derzeit nähern wir uns wieder der Einschätzung aus der Anfangszeit an → wir sehen sehr, sehr viele asymptomatische Fälle, also Infektionen ohne Folgen, ich glaube auch weiterhin nicht, dass wir am Ende des Jahres in Deutschland mehr Todesfälle als in anderen Jahren gehabt haben werden
  • es gab eine Phase, in der ich eine starke Dissonanz gespürt habe in der Frage, wie ich die Gefahr einschätzte, und wie die Medien und aber auch Kollegen sie darstellten → das war ein bisschen wie ein Aspergersyndrom-Gefühl, dass man eine andere Welt wahrnimmt als die anderen um einen herum
  • es entsprach meiner Empfehlung, zumindest die ersten Einschränkungen einzuleiten und Großveranstaltungen zu untersagen → danach nahm das Infektionsgeschehen bereits ab 
  • die weiteren Maßnahmen wie Kontaktbeschränkungen hätte ich dann vom tatsächlichen Verlauf abhängig gemacht, auch um zu sehen, wie die einzelnen Beschränkungen wirken und ob zusätzliche Schritte wirklich nötig sind → dafür sind wir aber zu schnell in den Lockdown gegangen
  • Heinsberg-Studie wurde kritisiert, beziehungsweise die Art der Vorstellung → ein Vorgang, den ich als geradezu grotesk empfand:
    • wir hatten das erste Mal weltweit Daten, wo wir in einem Superspreading-Event die Dunkelziffer identifiziert hatten und auch sagen konnten, wie viele Menschen asymptomatisch infiziert waren.
    • Wir hatten das erste Mal Daten für Deutschland
  • und dann wird man kritisiert, aber nicht wegen der Daten, sondern wegen des Drumherums, und für einen angeblichen Fehler, den wir nachweislich gar nicht gemacht haben
  • zu meiner Überraschung sind auch und gerade Wissenschaftsjournalisten darauf angesprungen, von der Tagesschau über die „Zeit“ bis zur „Süddeutschen Zeitung“
  • leider ist dabei vielen entgangen, dass aus der Heinsberg-Studie schon vor Wochen ablesbar war, welche entscheidende Rolle Superspreading spielt
  • Maskenpflicht → ist ein wunderbarer Nährboden für Bakterien und Pilze
  • Kinder sind nicht die großen Virenschleudern
  • USA →  so schnell hoch ging es dort ja unter anderem deshalb, weil Amerikaner mit Husten und Schnupfen weiter arbeiten gehen. Es gibt dort nicht diese Form der Krankmeldung wie in Deutschland

Zur Person
Prof. Dr. Hendrik Streeck (42) leitet das Institut für Virologie der Universität Bonn. Nach seiner Promotion arbeitete er neun Jahre lang in den USA, unter anderem an der Harvard Medical School und in der HIV-Forschung. Nach Deutschland zurück kam er 2015 mit Unterstützung eines Programms, das deutsche Top-Forscher wieder an heimische Universitäten holen sollte. Streeck wurde Professor für medizinische Biologie an der Universität Essen und gründete das Institut für HIV-Forschung. Vor gut einem halben Jahr wechselte er nach Bonn. Streeck ist Kuratoriumsvorsitzender der Deutschen Aids-Stiftung und stammt aus Göttingen.


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Bericht zur Coronalage – rückwärts nimmer

  • während zur Verteidigung des Lockdown stets Ethik und Solidarität betont werden, scheint Ethik und Solidarität für die Opfer des gigantischen Kollateralschadens keine Rolle zu spielen. Das gilt ganz besonders für das gigantische Leid, welches er in Afrika oder Indien anrichtet.
  • als zu den Bildern aus Wuhan die aus Bergamo dazukamen, wurde die zuvor als „rechts“ stigmatisierte Epidemie-Warnung in einem rasanten Schwenk plötzlich zur Mainstreammeinung → doch spätestens ab Mitte März wurde sehr deutlich, dass sich die Hotspots eben nicht ausbreiten, die Sterblichkeit viel geringer ist als angenommen und sich die Todesfälle allermeist auf sehr alte, vorerkrankte Menschen beschränken
  • die Coronatests haben derzeit eine hohe falsch negative Rate, man schätzt bis zu 30 Prozent und eine niedrige falsch positive Rate → ob die falsch negativen oder die falsch positiven Ergebnisse das Gesamtergebnis verfälschen, hängt vom Prozentsatz der tatsächlich infizierten Proben ab: haben sehr viele Proben das Virus, ist die Rate an falsch negativen die Hauptfehlerquelle, ist der Prozentsatz sehr niedrig, ist es die Rate an falsch positiven Ergebnissen (= Prävalenz)
  •  das Ergebnis von 1,7% positiven Tests beruht weitgehend auf falsch positiven Ergebnissen →es ist so gut wie niemand infiziert 
  • im Klartext: die derzeitigen Massentestungen werden immer und zu jeder Zeit um die 1% positive Ergebnisse anzeigen, auch wenn niemand das Virus in sich trägt → sie sind reiner Unfug 
  • in allen Ländern lässt sich eine etwa 40-tägige Phase der Verbreitung der Coronainfektionen und ein danach einsetzendes Absinken beobachten
  • bei uns in Europa ist die Infektionswelle schon lange durch → in ihrem Verlauf entspricht sie genau den üblichen Winter-Virusinfektionen, die immer eine Übersterblichkeit vor allem unter alten Menschen verursachen
  • es gibt Publikationen, die die Ursache eines großen Teils der 2020 Übersterblichkeit in den Schutzmaßnahmen selbst vermuten. 
  • Covid-19 besaß zu keinem Zeitpunkt das Potenzial, die Gesellschaft insgesamt zu bedrohen
  • auch weiß man inzwischen, wie man diese Krankheit so behandelt, dass sie auch bei den seltenen schweren Verläufen, bis auf schwerste Vorerkrankte, fast immer gut überlebt wird → wir können damit als Gesellschaft ganz normal leben, wir kennen dieses Problem bei Influenza ja sehr gut und leben damit seit Jahren ohne Panik
  • die Infektion ist vorbei, doch das können viele nicht akzeptieren, weil sie sich sonst eingestehen müssten, maßlos übertrieben zu haben → es wird spannend sein, zu sehen, mit welchen Absurditäten versucht wird, die Erzählung von der andauernden gesellschaftsbedrohenden Pandemie und des unausweichlichen Lockdowns mit aller Gewalt aufrechtzuerhalten
  • es wird mit der seelischen Gesundheit der Menschen gespielt, nur um nicht das Gesicht zu verlieren → alles wird getan, um eine mehr als notwendige Reflektion, wie es zu diesem globalen Wahn kommen konnte, zu verhindern
  • den Nutzen des Lockdowns „wissenschaftlich“ beweisen → bei derartigen Modellrechnungen gilt das „shit-in-shit-out“ Prinzip, der Fehler liegt meist in den Grundannahmen 
  • der Psychologe Julius Kuhl nennt als Voraussetzung guter Entscheidungen Rationale Intuition → diese fußt auf einer reflektierten Persönlichkeit, die gut beobachtet und sich dabei auch unangenehmen Erkenntnissen nicht verschließt
  • immer die gleichen Leute haben genau das vorausgesagt, was dann stets auch eingetreten ist → der Schlüssel in unsicheren Situationen, dennoch gute Entscheidungen treffen zu können, ist ein interdisziplinäres Netzwerk von Fachexperten mit reflektierten Persönlichkeiten, die gut moderiert sich genau zu ihrem Fachgebiet äußern, dabei auf den aktuellen Erkenntnisstand achten und ihre eigenen Grenzen gut kennen
  • jeder gut informierte und reflektierte Mediziner weiß, dass folgende Beobachtungen sehr früh den Spielraum ermöglichten, eine ganz andere Strategie zu wählen, die erstens zu weniger Todesopfern geführt hätte und zweites die nun immer deutlicher werdenden Kollateralschäden erst gar nicht hätten entstehen lassen: 
    • die Nichtweiterverbreitung aus den Hotspots (hat nichts mit dem Lockdown zu tun), 
    • die schon früh deutlich werdende, viel geringere Letalität,
    • sowie die klar einzugrenzende Risikogruppe der schwer vorerkrankten, meist alten Menschen.
  • der einzig logische Schluss lautete sehr früh: professioneller und konsequenter Schutz der Risikogruppen bei Offenhalten der Gesellschaft → doch in so gut wie keinem Land geschah dies (zu Asien habe ich dazu keine Kenntnisse)
  • es spricht Bände für die Reflexionsfähigkeit der tonangebenden Wissenschaftler, wenn lediglich der schwedische Epidemiologe Tegnell als Einziger hier Versäumnisse zugibt → natürlich wird dies nun instrumentalisiert und als Selbstkritik bezüglich des nicht durchgeführten Lockdowns fehlgedeutet
  • auch wenn der Druck, den Lockdown zu verhängen, für die Regierung hoch war → er hätte spätestens ab Ostern wieder verlassen werden müssen 
  • dass man zusätzlich versäumte, repräsentative Stichproben dauerhaft zu beobachten, ist ebenfalls ein Versäumnis erster Güte
  • WHO: Infizierte, die keine Krankheitssysmptome entwickeln, stecken andere nur selten an → es gibt Virusträger ohne Symptome 10- bis 50-mal häufiger als diejenigen, die Symptome entwickeln, dies ist ein weiteres Argument hinsichtlich der Sinnlosigkeit der Schulschließungen und des Lockdowns allgemein.
  • zurzeit werden über 400.000 Todesfälle Covid19 zugerechnet → wir werden sehen, ob sich dadurch die jährliche Gesamtzahl an Toten durch Atemwegsinfektionen (über 3 Millionen ohne Tuberkulose) insgesamt erhöhen wird
  • doch die Corona-Maßnahmen selbst kosten ebenfalls viele andere Todesopfer → das Desinteresse an den Opfern der Schutzmaßnahmen macht fassungslos und ist nichts anderes als herzlos und unethisch
Doch wer redet eigentlich über die Opfer, die der Lockdown in den Schwellen- und Entwicklungsländern verursachen wird.
Während wir unsere Todesfälle der fast sechsmonatigen Coronakrise ausgiebig thematisieren und nicht müde werden Solidarität und Ethik einzufordern, interessiert sich niemand dafür, was unsere Corona-Politik dort anrichtet.
Wegen des Zusammenbruchs des Handels, der Arbeitsplätze des Tourismus, des Gesundheitssystems und den eh schon kaum vorhandenen sozialen Absicherungen stehen viele Millionen in Afrika, Indonesien oder Indien vor dem Nichts.
Unzählige Menschen, ganz besonders die Schwachen oder die Neugeborenen, werden unsere Unfähigkeit, verantwortungsethisch zu handeln, mit ihrem Leben bezahlen.
Der hysterische Lockdown ist das Egozentrischste, Folgenschwerste und Mörderischste, was die reichen Ländern den ärmeren seit Langem angetan haben.


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Etwas Neues muss zu SARS-CoV-2 hinzugetreten sein. Was?

(...)
Es gab einen rasanten Anstieg der Todeszahlen, der drei Wochen (12. bis 14. Woche) dauerte, und einen rasanten Abfall von diesem Peak, der vier Wochen (15. bis 18. Woche) dauerte. Zuvor lag die Mortalität unter den Werten der Vorjahre. Die in der 12. bis 17. Kalenderwoche Verstorbenen müssen sich, wenn der Anstieg der Kurve überhaupt der „Corona-Pandemie“ geschuldet ist, in der 10. bis 15. Kalenderwoche, d.h. von Anfang März bis Mitte April, infiziert haben, also teils vor, teils nach dem Lockdown.

Das spricht gegen eine positive Wirkung des Lockdown, der unter Berücksichtigung der Inkubationszeit schon Ende Februar hätte stattfinden müssen, zumal auch das Abflachen der Kurve bis zur 18. Woche (= Ende April) normal wie immer bei Epidemien mit Influenza- oder Coronaviren ist und mit dem Lockdown eher nichts zu tun haben dürfte. Dafür sprach auch das vom RKI beschriebene Verhalten des R-Werts .

Die Risikogruppen (schwerkranke, über 80 Jahre alte Menschen) sind jedenfalls nicht effektiv vor dem Virus geschützt worden, denn sie sind es gewesen, die gestorben sind. Aber auch das erklärt den so rasanten Anstieg der Todeszahlen nicht. Es sieht so aus, als habe sich etwas plötzlich Bahn gebrochen. Etwas Neues muss zu SARS-CoV-2 hinzugetreten sein. Was?

Durch die „Corona-Krise“ könnten ganz andere Abläufe in der Versorgung und Behandlung Erkrankter überhaupt, also auch bei Nicht-Covid-19-Patienten, aufgetreten sein. Dazu gehört die aus Angst vor Ansteckung mit SARS-CoV-2 mglw. zu früh durchgeführte Intubation und Überdruckbeatmung von an Viruspneumonie Erkrankten, die dann massenhaft zum Tod geführt haben könnte. Es könnte eine akute Verstärkung der Wirkung (Kumulation) der bereits grassierenden, aber humoral/zellulär gerade noch attenuierten Influenza- und anderen Viren durch das neu aufgetretene Neue Corona-Virus stattgefunden haben.

Ein Lockdown gilt als eine „nichtpharmakologische Intervention“ (NPI). Wie jede Therapie hat er daher Nebenwirkungen, die noch nicht genügend ins Blickfeld geraten sind. Sein Beginn lag in der 11. bis 13. Kalenderwoche und koinzidiert auffällig mit dem Kurvenanstieg. Es gibt Hinweise für exzessive Todesraten bei Nicht-Covid-19-Kranken als Folge der medialen panischen Berichterstattung und des Lockdowns. Ab der 15. Kalenderwoche hätte unter dieser Annahme zwar die Zahl an „Coronatoten“ aufgrund der natürlicherweise abflauenden Epidemie abgenommen, aber die an den Folgen der staatlichen Maßnahmen Gestorbenen hätten die Mortalität noch bis zur 18. Woche weit über dem normalen Niveau gehalten, bis es im Mai zu einzelnen Lockerung der Notstands gekommen ist. Es ist aber eine bis auf weiteres bleibende Erhöhung der Mortalität zu erwarten durch die Folgen massenhaft verschobener lebenswichtiger Operationen, Selbstmorde, mangelnder Bewegung usw.. Für diese Vermutung gibt es bei EUROMOMO aufgrund noch fehlender Meldungen bisher keinen Anhalt.

Zusammengefasst sind also in der Winter-Frühlings-Saison 2019/20 0,19% mehr Menschen in Europa gestorben als in der Influenzasaison 2017/18, als es keinerlei staatliche Notstandsmaßnahmen gab, aber der Exzess an Mortalität war 2019/20 viel später, nämlich am Ende der Saison, und die Menschen starben in viel kürzerer Zeit. Da das Neue Corona-Virus trotz der geringen Immunität der Bevölkerung nicht tödlicher als bekannte Corona- oder Influenzaviren ist und die Epidemie wie sonst bei Coronaviren auch diesmal im April des Jahres beendet war, müssen zusätzliche Ursachen für das ungewöhnliche Mortalitätsverhalten vorliegen. Diese Ursachen können nur künstlich sein, müssen also außerhalb der „Naturgeschichte von Covid-19“ liegen. Dafür bieten sich inadäquate Versorgungs- und Behandlungsmethoden bei den Covid-19-Patienten sowie der Lockdown als so genannte „nichtpharmakologische Intervention“ und seine negativen Folgen bei Nicht-Covid-19-Patienten an.

Aktueller Nachtrag: Auf der Seite der „Swiss Policy Research“ gelangt man unter Berücksichtigung anderer Fakten zum selben Schluss. Die angebliche Sorge um Alte, Demente und Pflegebedürftige hat demnach im Gegenteil zu deren Massensterben geführt.


Prof. Dr. med. Dr. med. dent. Dr. habil. Adorján Kovács, geboren 1958 in Stolzenau an der Weser, ist niedergelassener Mund-, Kiefer-, und Gesichtschirurg. Er hat 20 Jahre an einer Universitätsklinik gearbeitet, über 150 wissenschaftliche Arbeiten veröffentlicht und sich zur regionalen Chemotherapie bei Kopf-Hals-Krebspatienten habilitiert. Er ist auch publizistisch tätig.

https://2tulpe30.blogspot.com/2020/05/usa.htmlhttps://2tulpe30.blogspot.com/2020/05/rki.html