Karl Friston: bis zu 80% nicht einmal anfällig für Covid-19
Professor Karl Friston ist ein Computermodellierungsexperte, der für seine Beiträge zur Neurowissenschaft weltbekannt ist. Er hat seinen Ansatz der "dynamischen kausalen Modellierung" auf die Covid-19-Pandemie angewandt und dabei einige verblüffende Ergebnisse erzielt.
- Die Unterschiede zwischen den Ländern sind nicht in erster Linie auf Regierungsmaßnahmen zurückzuführen, sondern auf "intrinsische" Unterschiede in der Bevölkerung.
- Wir verstehen noch nicht ganz, was sie antreibt, obwohl es Theorien gibt, die vom Vitamin-D-Spiegel bis zu genetischen Unterschieden reichen
- In jedem Land scheint es einen Teil der Bevölkerung zu geben, der "nicht einmal im Spiel" ist - d.h. nicht anfällig für Covid-19. Dies ist von Land zu Land sehr unterschiedlich.
- Im Vereinigten Königreich schätzt Professor Friston diesen Anteil auf mindestens 50% und wahrscheinlich eher auf 80%.
- Die ähnlichen Sterblichkeitsergebnisse zwischen Schweden (kein Lockdown) und dem Vereinigten Königreich (Lockdown) lassen sich am besten durch die Tatsache erklären, dass es in Wirklichkeit keinen Unterschied gab - die Auswirkungen des gesetzlichen Lockdowns in Professor Fristons Modellen "verschwinden buchstäblich".
ZUSAMMENFASSUNG:
- der mit dem Nobelpreis ausgezeichnete Wissenschaftler Michael Levitt (Anfang Mai): die Wachstumskurven der Krankheit sind nie wirklich exponentiell → eine Art "frühere Immunität" muss sehr früh einsetze
- eine Studie weist darauf hin, dass 40% - 60% der Menschen eine Resistenz auf T-Zell-Ebene gegen andere ähnliche Coronaviren wie Erkältungskrankheiten aufweisen → der wahre Anteil der Menschen, die nicht einmal für Covid-19 empfänglich sind, könnte bis zu 80% betragen
- Professor Karl Friston ist ein Statistiker und kein Virologe, seine Expertise → Verständnis komplexer und dynamischer biologischer Prozesse, sie in mathematischen Modellen darstellen
- im Bereich der Neurowissenschaften wurde er von der Zeitschrift Science als weltweit einflussreichster Wissenschaftler eingestuft, da er die heute übliche "statistische parametrische Mapping"-Technik zum Verständnis der Bildgebung des Gehirns erfunden hat
- seit den letzten Monaten wendet er seine besondere Methode der Bayes'schen Analyse, die er "dynamische kausale Modellierung" nennt, auf die verfügbaren Covid-19-Daten an
- eine Art "immunologische dunkle Materie" als die einzige plausible Erklärung für die enormen Unterschiede in den Ergebnissen zwischen den Ländern → wie die dunkle Materie, die nicht nachweisbare Substanz, die etwa 85% des Universums ausmacht, ist sie durch ihre Wirkungen nachweisbar vorhanden
- der krasse Unterschied zwischen den Ergebnissen in Großbritannien und Deutschland → nicht in erster Linie eine Folge unterschiedlicher staatlicher Maßnahmen (wie bessere Tests und frühere Abschottung), sondern inhärente Unterschiede zwischen den Bevölkerungen
- innerhalb des Vereinigten Königreichs betrug die "effektiv anfällige Bevölkerung" wahrscheinlich nur 20%
- die Auswirkungen dieser Erkenntnis lassen sich, wenn sie sich als richtig erweist, kaum überbewerten → es würde die ganze Idee in Frage stellen, dass soziale Distanzierung ein Merkmal jeder "neuen Normalität" ist
- wenn man in das Modell vernünftige Verhaltensweisen einbezieht, die Menschen sowieso tun, wie z.B. im Bett zu bleiben, wenn sie krank sind, dann "verschwindet" die Wirkung der gesetzlichen Abschottung "buchstäblich".
- die Hauptannahme, die den weltweiten Abschaltungen zugrunde lag und die durch die berühmten Prognosen des Imperial College verkörpert wurde war um ein Vielfaches falsch → nämlich, dass diese Krankheit unkontrolliert die gesamte Bevölkerung eines jeden Landes schnell durchdringen und etwa 1% der Infizierten töten würde, was ohne drakonische Maßnahmen weltweit zu unzähligen Millionen von Todesfällen führen würde
- die größte koordinierte Regierungsaktion in der Geschichte, die die meisten Gesellschaften der Welt gewaltsam zum Erliegen bringen gebracht hat, mit Folgen, die Generationen überdauern werden, könnte auf fehlerhafter Wissenschaft beruht haben
- die Annahmen der Modelle von Neil Ferguson seien alle richtig "unter der Voraussetzung, dass die Bevölkerung viel kleiner ist, als man sich vorstellen kann" → etwa 80% der anfälligen Menschen würden sich schnell infizieren und 0,5% bis 1% würden sterben
- ABER: er übersah nur die Tatsache, dass die relevante "anfällige Bevölkerung" immer nur ein kleiner Teil der Menschen ist → Was eher alles ändert. Mit solch eleganten Formulierungen werden wissenschaftliche Reputationen gerettet.
- in der Praxis macht es keinen großen Unterschied, ob es sich bei den 40.000 offiziell gezählten Coronavirus-Todesfällen im Vereinigten Königreich laut Sunetra Gupta um 0,1% von 40 Millionen Infizierten handelt oder ob es sich, wie die Theorie von Karl Friston impliziert, eher um 0,5% von 8 Millionen Infizierten handelt, während die restlichen 32 Millionen durch mysteriöses "immunologisches dunkles Material" vor einer Infektion geschützt sind
- wenn Sie dem Virus ausgesetzt sind und es in Ihrem Körper durch Schleimhautantikörper oder T-Zellen oder clevere Gene zerstört wird, so dass Sie nie vollständig infiziert werden und es nicht einmal bemerken, sollte das als Infektion zählen?
- der Effekt ist der gleiche: 40.000 Todesfälle, nicht 400.000 → es würde bedeuten, dass sich die meisten Menschen unter normalen Umständen nie mit der Krankheit infiziert hätten
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Professor Dr. Beda M. Stadler ist emeritierter Professor für Immunologie und ehemaliger Direktor des Instituts für Immunologie an der Universität Bern. Neben der wissenschaftlichen Tätigkeit ist er auch publizistisch tätig. Dieser Beitrag erschien auch in der Schweizer Weltwoche.
Corona-Aufarbeitung: Warum alle falsch lagen
- die Experten haben grundlegende Zusammenhänge übersehen → die Immunantwort gegen das Virus ist viel stärker, als man dachte
- Es war falsch, zu behaupten, das Virus sei neu.
- Noch falscher war es, zu behaupten, es bestünde in der Bevölkerung keine Immunität gegen dieses Virus.
- Es war sozusagen die Krönung der Dummheit, zu behaupten, man könne die Krankheit Covid-19 symptomlos durchmachen oder andere gar ohne Symptome anstecken.
1. Ein neues Virus?
- es tauchen jetzt wissenschaftliche Arbeiten auf, die aufzeigen, dass dieses sogenannte neue Virus stark verwandt ist mit SARS sowie mit anderen Beta-Coronaviren, unter denen wir jedes Jahr in der Form von Erkältungen leiden
- es werde diverse Bereiche auf den Viren definiert, wie sie von den menschlichen Immunzellen erkannt werden→ also: SARS-Cov-2 ist gar nicht neu, sondern eben ein saisonales Erkältungsvirus, das mutiert ist und wie alle anderen Erkältungsviren im Sommer verschwindet – was jetzt auch fast überall auf der Welt beobachtbar ist
2. Die Mär von der fehlenden Immunität
- WHO hat behauptet, das Virus sei besonders gefährlich, weil keine Immunität dagegen vorherrsche, da es ein neues Virus sei → sogar Anthony Fauci, der wichtigste Berater der Trump-Regierung, betonte anfänglich, die Gefahr des Virus bestünde darin, dass es dagegen keine Immunität gebe
- der erste kommerzielle Antikörpertest bestand aus einem alten Antikörper, der eigentlich SARS erkannte → bei dieser Art von Test schaut man, ob im Blut Antikörper vorhanden sind und die in einem früheren Kampf gegen das Virus so entstanden sind
- aus einem Lama wurden sogar Antikörper isoliert, die gleichermaßen SARS, SARS-Cov-2 und MERS erkennen → zudem wurde bekannt, dass in China an Orten, wo SARS gewütet hatte, SARS-Cov-2 weniger Unheil anrichtete, unser Immunsystem betrachtet SARS und SARS-Cov-2 als teilweise identisch
- die ganze Welt behauptete, es gebe keine Immunität → aber in Wirklichkeit hatte niemand einen Test, um eine solche Behauptung zu belegen
- Antikörper-Test müsste die verschiedenen möglichen immunologischen Situationen beschreiben:
- ob man immun ist
- seit wann
- wogegen die neutralisierenden Antikörper gerichtet sind
- wie viele Strukturen auf anderen Corona Viren existieren, die ebenfalls zu Immunität führen
- Mitte April Studie: 34 Prozent der Berliner, die nie Kontakt gehabt hatten mit dem SARS-Cov-2 Virus, hatten trotzdem eine T-Zellen-Immunität (eine andere Art der Immunreaktion) → das heißt, unsere T-Zellen, also weiße Blutkörper, erkennen gemeinsame Strukturen auf SARS-Cov-2 und den normalen Erkältungsviren und bekämpfen somit beide
- Studie von John P. A. Ioannidis → die Immunität gegen SARS-Cov-2, gemessen mit Antikörpern, ist wesentlich höher ist als bislang angenommen
- im Übrigen ist John P. A. Ioannidis ein derartiges wissenschaftliches Schwergewicht, dass alle deutschen Virologen zusammengenommen dagegen ein Leichtgewicht sind
3. Das Versagen der Modellbauer
- die Epidemiologen hatten falschen Glauben, es gebe keine Immunität im Volk → zudem wollten sie auch nicht wahrhaben, dass Coronaviren eben saisonale Erkältungsviren sind und im Sommer verschwinden. Sonst wären ihre Kurvenmodelle anders ausgefallen.
- die anfänglichen Worst-Case-Szenarien gab es nicht, jetzt klammern sich manche nun noch an Computer-Modelle, die das Auftreten einer zweiten Welle voraussagen → ich habe noch nie einen Wissenschaftszweig gesehen, der sich selber derart ins Abseits manövriert hat
4. Die Immunologie des gesunden Menschenverstandes.
- weltweiten Datenlage hat den gleichen Trend: es erkrankt praktisch nie ein Kind unter zehn Jahren erkrankt→ es hätte eigentlich jedermann aufs Argument kommen müssen, dass Kinder offensichtlich immun sind
- wenn in einem Altersheim Menschen sterben, aber am gleichen Ort welche mit den gleichen Risikofaktoren völlig unbehelligt bleiben → diese waren eben immun
- der allergrößte Teil der Menschen, die positiv auf dieses Virus getestet wurden, denen also Viren im Rachen nachgewiesen wurden, werden gar nicht krank („silent Carrier“, „stille Träger“) → da behauptet sie, man könne krank sein, ohne Symptome zu haben
- der nächste Witz war die Behauptung, dass diese symptomlos Kranken trotzdem andere Menschen anstecken könnten→ diese „gesunden“ Kranken würden im Rachenraum so viele Viren beherbergen, dass bei einer normalen Unterhaltung zwischen zwei Menschen der eine „Gesunde“ den anderen Gesunden anstecke
- die WHO hat die Behauptung der asymptomatischen Ansteckung nicht übernommen und zweifelt diese Behauptung sogar auf ihrer Webpage an
- was läuft da alles ab:
- falls sich irgendwo im Körper, eben auch im Rachen, Viren bilden, heißt das, dass menschliche Zellen zugrunde gehen
- wenn Zellen sterben, wird sogleich das Immunsystem alarmiert, und es entsteht eine Entzündung
- eines der fünf Kardinalsymptome einer Entzündung ist der Schmerz
eine kurze Zusammenfassung, wie wir Menschen von Keimen angegriffen werden und reagieren:
- hat es in unserer Umgebung krank machende Viren, so werden alle Menschen, egal ob immun oder nicht, vom Virus befallen
- ist man immun, beginnt jetzt der Zweikampf mit dem Virus → Antikörper verhindern, dass sich das Virus an unsere Zellen bindet
- dies gelingt nur teilweise, nicht alle werden blockiert, und viele Viren werden sich in den geeigneten Zellen einnisten → das muss nicht zu Symptomen führen, ist aber eben auch keine Krankheit
- jetzt kommt die zweite Garde des Immunsystems zur Hilfe: die T-Zellen, weiße Blutzellen, die von außen feststellen können, in welchen anderen Zellen sich die Viren verstecken, um sich dort zu vermehren → solche Zellen, die quasi Viren ausbrüten, werden dann im ganzen Körper gesucht und von den T-Zellen umgebracht, bis das letzte Virus ausgerottet ist
- macht man bei einem immunen Menschen einen PCR-Corona-Test, wird kein Virus detektiert, sondern nur ein kleines Stück des viralen Genoms → der Test wird so lange positiv sein, bis keine Trümmer des Virus mehr vorhanden sind
- also: auch wenn längst keine infektiösen Viren mehr vorhanden sind, kann ein Corona-Test also noch positiv ausfallen, weil durch die PCR-Methode selbst ein kleines Stück des viralen Genmaterials im Test genügend vervielfältigt wird
- die Virustrümmer werden mit dem allzu sensitiven Test noch erfasst → wahrscheinlich beruhen bei uns eine Großzahl der täglich rapportierten Ansteckungen bloß auf solchen Virustrümmern
- der PCR Test mit seiner enormen Empfindlichkeit kann herauszufinden, wo das Virus sein könnte → er kann aber nicht feststellen, ob die Viren noch intakt, also noch ansteckend sind
- einige Virologen haben die Stärke des Test-Signals mit der Viruslast, also der Menge an Viren, gleichgesetzt, die man ausatmen könne → da deutsche Virologen wahrscheinlich aus Prinzip nicht in andere Länder blicken, in den die Fallzahlen schneller sinken als zu Hause, ging das an ihnen vorbei
5. Corona-Immunität als Problem.
- die überaus lange Inkubationsperiode von 2 bis 14 Tagen und Berichte über 22 bis 27 Tage sollte jeden Immunologen aufschrecken, genauso wie die Behauptung, die meisten Patienten würden nach 5 Tagen kein Virus mehr ausscheiden → beides legt den Schluss nahe, dass es – quasi im Hintergrund – eine Grundimmunität geben muss, die zu dieser Verzerrung der Vorgänge führt
- genau diese Immunität scheint bei den Patienten mit ernsthaftem Verlauf das Problem zu sein → die Treffsicherheit des Abwehrsystems nimmt nämlich mit zunehmendem Alter ab
- auch bei Menschen, die falsch oder unterernährt sind, kommt es zu einer Immunschwächung → weshalb das Virus ja nicht nur die medizinischen Probleme eines Landes aufzeigt, sondern auch einen Teil der sozialen Missstände
- hat ein Angesteckter zu wenig Antikörper wird sich das Virus langsam, aber stetig über den ganzen Körper verteilen → die T-Zellen beginnen also überall im Körper gegen die vom Virus befallenen Zellen zu kämpfen
- dies kann zu einer überschießenden Immunreaktion führen, quasi zu einem gewaltigen Gemetzel → das wird dann Zytokin-Sturm genannt, ganz selten kann dies auch bei Kleinkindern passieren und wird dann als Kawasaki Syndrom bezeichnet
- dieses Syndrom ist einfach und gut zu behandeln → den Kindern Antikörper von gesunden Blutspendern verabreichen
Was nun?
- das Virus ist erst mal weg, wahrscheinlich wird es im Winter zurückkommen → das wird aber keine zweite Welle sein, sondern eben eine Erkältung
- wer als gesunder junger Mensch derzeit mit einer Maske herumläuft, sollte deshalb gescheiter einen Helm tragen, da das Risiko, dass einem etwas auf den Kopf fallen könnte, größer ist als eine schwere Erkrankung mit Covid-19
- John P. A. Ioannidis‘ neueste Arbeit beschreibt die weltweite Datenlage vom 1. Mai 2020 → unter 65-Jährige ohne Vorerkrankung machten demnach bloß 0,7 bis 2,6 Prozent aller Covid-19-Todesfälle aus, um der Pandemie Herr zu werden, reiche eine Strategie aus, die sich auf den Schutz der über 65-jährigen Risikopersonen beschränke
- zurück auf dem Weg zur Normalität, würde es uns Bürgern jetzt guttun
- wenn sich einige Panikmacher entschuldigen würden. Etwa Ärzte, die eine Triage der über 80-jährigen Covid-19-Patienten forderten, damit diese nicht mehr beatmet werden
- auch Medien, die mehrmals Panik-Videos aus italienischen Spitälern gezeigt haben, um damit etwas zu illustrieren, das so nie existiert hat
- alle Politiker, die TESTEN, TESTEN, TESTEN forderten, ohne überhaupt zu wissen, was der Test misst
- oder der Bund für eine App, die nie funktionieren wird und mich auch dann warnen wird, wenn jemand in meiner Nähe positiv, aber nicht ansteckend ist
- im Winter, wenn dann die Grippe und andere Erkältungen wieder grassieren werden, können wir uns dann etwas weniger oft küssen, aber die Hände waschen sollte man ja auch ohne Viren


