Samstag, 30. Mai 2020

Weißrussland

In Weißrussland (8,5 Mio Einwohner), das selbst den Sport und andere Großveranstaltungen weiterlaufen ließ, sieht es so aus:


Das sind 38 Tote pro 100.000 Einwohner/innen. Die Zahlen sind rückläufig. Davon KEIN WORT in unseren "seriösen" Medien.


The Wolff of Wall Street SPEZIAL: Der Lockdown und der digital-finanzielle Komplex

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ZUSAMMENFASSUNG
  • wir sind ja bereits mit einer einsetzenden Rezession und einem schwer angeschlagenen globalen Finanzsystem in das Jahr 2020 gestartet und haben dann Anfang März einen Absturz des Ölpreises um mehr als 50 Prozent erlebt. Das allein hätte schon ausgereicht, um das System ins Wanken zu bringen.
  • dann weltweiter Lockdown → an den Finanzmärkten ein wahres Erdbeben ausgelöst und zahlreiche Rekorde bewirkt
  • im März innerhalb von drei Wochen den stärksten jemals registrierten Einbruch an den Aktienmärkten→ die Zentralbanken haben daraufhin die bisher größten Summen zur Stabilisierung des Systems aufgebracht
  • im April ist es dann zum schnellsten jemals verzeichneten Anstieg an den Aktienmärkten gekommen
  • eine gigantische Vermögens- und Machtkonzentration, die sich in 3 Phasen abgespielt hat:
    • Phase Nr. 1: Nach dem Fall des Ölpreises Anfang März war bereits klar, dass ein kräftiger Börsensturz bevorstand, aber kein Verbot von Leerverkäufen. Die Folge: Großinvestoren konnten den Crash durch Wetten auf fallende Kurse nutzen und Milliardengewinne einstreichen.
    • Phase Nr. 2: die Zentralbanken stellen Billionensummen zur Stabilisierung des Systems bereit → der Löwenanteil nicht an die mittelständischen und kleinen Betriebe, sondern an diejenigen, die in den vergangenen 12 Jahren bereits am meisten von den Zinssenkungen und der Geldschöpfung profitiert hatten. Die Folge: Die, die ohnehin auf riesigen Geldbeständen saßen, hatten nun noch mehr Geld zur Verfügung.
    • Phase Nr. 3: Die auf diese Weise bereits doppelt begünstigten Investoren haben das Geld der Zentralbanken zum großen Teil wieder in die Finanzmärkte gesteckt und so im April und im Mai ein weiteres Mal riesige Summen eingenommen.
  • dreifache Bereicherungsorgie → das Nettovermögen der Milliardäre in den USA ist zwischen Mitte März und Mitte Mai um mehr als 430 Milliarden Dollar auf 3,4 Billionen Dollar angestiegen ist – ein Zuwachs von 15 Prozent innerhalb von nur 2 Monaten
  • Amazon hat während des Lockdowns 170.000 Neueinstellungen vorgenommen und seine globale Marktführerschaft stärker als je zuvor ausgebaut hat
  • Machtzuwachs der Großkonzerne Microsoft, Apple, Alphabet und Facebook → zu ihren Aktionären zählen nicht nur Zentralbanken wie die Schweizer Nationalbank, die ja selbst Geld drucken und Aktienkurse damit per Mausklick nach oben treiben kann, sondern auch BlackRock, der größte Vermögensverwalter der Welt, der von der Federal Reserve und der Europäischen Zentralbank im Zuge des Lockdowns als Berater angeheuert wurde, um über die Verteilung der freigegebenen Gelder mit zu entscheiden
  • erheblicher Machtgewinn des digitalen Sektors gegenüber dem Rest der Wirtschaft
  • die Allianz der mächtigsten Spieler der Wall Street und des Silicon Valley übt heute weltweit wesentlich mehr Macht aus als es der militärisch-industrielle Komplex je getan hat  → und hat darüber hinaus durch den Lockdown den größten Schub seiner Geschichte erfahren.
  • man muss sich den digital-finanziellen Komplex wie einen Tumor vorstellen, der sich jetzt immer schneller ausbreitet, der dabei aber seinem Wirt – der Realwirtschaft – immer mehr Lebensenergie entzieht →  sein Wachstum zwingt den Tumor , die eigene Existenzgrundlage zu zerstören.
  • große Teile des Mittelstands werden in den Bankrott getrieben und von Geierfonds übernommen und ausgeweidet werden, Millionen von Beschäftigten werden nicht in ihre Jobs zurückkehren, die Geldschwemme der vergangenen Wochen wird eine nie gekannte Austeritätspolitik nach sich ziehen, gleichzeitig werden immer mehr Finanzinstitute, Großkonzerne und auch ganze Staaten mit immer höheren Summen gerettet werden müssen
  • der Lebensstandard der überwiegenden Mehrheit der Menschen wird einbrechen und damit auch der Konsum als Motor der Wirtschaft
  • den Zentralbanken wird nichts anderes übrig bleiben, als zum Mittel des Helikoptergeldes zu greifen und damit eine gewaltige Inflation in Gang zu setzen, die vor allem die unteren Einkommensschichten mit aller Härte treffen und die mit Sicherheit soziale Unruhen auslösen wird
  • die Zeit ist reif für ein demokratisches Geldsystem

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Grinsschutz für Extremisten – Pandemische Skizzen, neue Folge

Von Wolfgang Herles, Sa, 30. Mai 2020

Kaum stehen wir am Anfang der Pandemie, schon quält uns ihr Ende. Das ist in einem Satz die Situation. Die Vernunft ist weiterhin zu Kurzarbeit im Home-Office verdonnert.

I. Wie funktioniert die fortgesetzte Panikmache? Ein Beispiel aus dieser Woche: „Landkreis rechnet mit extremem Anstieg der Quarantäne-Fälle“ heißt es im Spiegel und fast gleichlautend fast überall, auch in den öffentlich-rechtlichen Nachrichten. Wer die Schlagzeile sieht, muss spontan erschrecken. Extrem! Anstieg! Fälle! Der Rückfall ist da, die zweite Welle trommelt an die Tür. Unsere verfluchte Ungeduld zerstört den Erfolg. Die beruhigende Sanftheit der Kurve verkommt zur Steilwand.
Schauen wir noch einmal hin! Von Covid-19-Fällen ist überhaupt nicht die Rede. Sondern von automatischer, vorsorglicher häuslicher Quarantäne Gesunder, veranlasst vom Fall einiger Ansteckungen in einem Restaurant. Aber die bewusst dramatisierende Meldung erzeugt eine neue Welle der Hysterie, die alle Talkshows und alle Pressekonferenzen erfasst. Die „Bevölkerung“ (Seehofer) lässt sich immer wieder verschrecken. Dies ist die neue Normalität. Sie wird länger bleiben als das Virus.

II. Noch eine Schlagzeile: „Corona verklumpt das Blut!“ Irgendeine dieser Studien, deren Veröffentlichung Angst und Schrecken verbreitet, stellt zutreffend den Zusammenhang zwischen Virusbefall und Kreislauferkrankungen fest. Aber so wie das formuliert ist, hört es sich an wie der Hunneneinfall im Vierten Jahrhundert. Nun hat die Presse schon immer übertrieben. Aber in der Situation der Massenhysterie wirkt das eben noch verheerender. Die Einschaltquoten profitieren von der Angst. Sie sind indirekt auch ein Maß für den Angstpegel. Panikmache zahlt sich aus.

III. Die Linke hat ein Extremismusproblem, heißt es. Mag ja sein. Aber Herr Ramelow hat gesagt, man müsse mehr auf Eigenverantwortung setzen, von Verboten zu Geboten übergehen. So liberal hat schon lange kein Liberaler mehr gesprochen. Ramelow hat Recht. Nicht Recht hat der Konservative Söder. Er hätte am liebsten bayerische Grenzschutztruppen in der Rhön zusammengezogen, um sich vor Thüringern zu schützen. Die Hofschranzen Florian (Staatskanzlei) und Joachim (Innenministerium) Herrmann warnen sofort vor diesem „hochgefährlichen Experiment.“ Söder selbst: „Man muss die Unvernünftigen vor sich selber schützen.“

IV. Was für eine Anmaßung! Herr Söder bestimmt von oben herab, wer vernünftig ist. Wer ihm nicht folgt, ist es nicht. Wer die Kontrolle der Bevölkerung für wichtiger hält als deren Selbstverantwortung, kann auch Demokratie nur für ein notwendiges Übel halten. Notwendig: Weil die Macht halt leider nur durch Wahlen errungen werden kann. Der Präsident der Vernünftigen misstraut aber auch denen, die ihm derzeit so unreflektiert zustimmen. Sonst würde er nicht um acht die Biergärten zusperren mit dem Argument, die Leute könnte sich andernfalls besaufen. Wer für den Missbrauch der Freiheit durch wenige alle büßen lässt, ist autoritär und totalitär. Er setzt Sicherheit absolut. Und wo der Wert der Sicherheit gegen Unendlich geht, geht die Freiheit gegen Null.

V. Ja, die CSU hat in dieser Hinsicht ein Extremismusproblem. Dass fast die Hälfte der bayrischen Bevölkerung heute CSU wählen würde, zeigt, wie gefährlich die Situation ist. Das Virus hat offenbar die demokratische Gesinnung schwer angegriffen. Herr Professor Drosten findet das zwar angemessen in Zeiten des Virus. Er stimmt Söder zu. Nein, das wollen wir ihm nicht unterstellen. Vermutlich wählt er eher die Grünen. Die haben ja auch ein Extremismusproblem.

VI. Wenn wir schon Genauigkeit beim Verfertigen von Schlagzeilen fordern, muss auch dieser Professor vor dem Virus der Vereinfacher geschützt werden. In seiner Vorveröffentlichung einer Studie über die Ansteckungsgefahr von Kindern hat die Bildzeitung aus dem KÖNNTEN des Professors verfälschend ein KÖNNEN gemacht. Wer andere anstecken kann, ist gefährlicher als der, von dem noch nicht feststeht, ob er es kann, aber vielleicht könnte. Mit solchen Feinheiten wollen wir die Bildzeitung wirklich nicht überfordern.

VII. Noch eine wunderbar entlarvende Szene. Vor dem Kleinen Parteitag der CSU steht das Empfangskomitee in geselliger Runde vor der Parteizentrale um Söder gebührend zu begrüßen. Er fährt vor. Wie auf Kommando ziehen sich just in diesem Moment die Hofschranzen den Lappen vors Gesicht. Eine neue Art des Kotau. Ein Show, die so ähnlich auch anderswo zu sehen ist. Von der Leyen trägt die Fahne des Virus vor dem Gesicht trotz Riesenabstand zu gesunden Menschen und zum gesunden Menschenverstand. Gut, schützt sie wenigstens die Bevölkerung vor ihrem Gegrinse. Früher wirkte es eher verlegen, heute nur noch musterschülerhaft. Nicht wenige tragen die Maske wie einen Niqab – als Bekenntnis.

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