2KM 4 – 51000/29#2 KM4 Analyse des Krisenmanagements (Kurzfassung)
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Brisante Studie aus dem BMI Teil 2: Massive interne Kritik an RKI und Bundesregierung
Von Roland Tichy, Sa, 9. Mai 2020Eine interne Überprüfung des Regierungshandeln in der Corona-Krise kommt zu einem verheerenden Ergebnis: "Der Kollateralschaden ist inzwischen höher ist als der erkennbare Nutzen."
Der kritische Verfasser ist mittlerweile beurlaubt.
ZUSAMMENFASSUNG:
- ein Referent des Bundesinnenministeriums erstellt eine Analyse, die die Arbeit der Bundesregierung nicht gut aussehen lässt → er leitete das Referat im Bundesinnenministerium („Krisen-Management“), das den Auftrag hat, sich eine eigene Bewertungskompetenz aufzubauen
- statt die 86-seitige Analyse wahrzunehmen und daraus Schlüsse zu ziehen, wird der Überbringer der schlechten Nachricht kaltgestellt
- die Überlegung des Referenten: Während die gesundheitlichen Folgen der Corona-Infektion überschätzt wurden, bleiben die Folgeschäden unerwähnt → „Die voraussichtliche Sterberate lässt sich nicht seriös einzuschätzen; Vermutungen von Experten gehen von Zahlen zwischen unter 5.000 und bis zu 125.000 Patienten aus, die aufgrund der verschobenen OPs versterben werden/schon verstarben.“
- Folgebehandlungen unterbleiben → negative Wirkungen von unterbrochenen Versorgungsstrukturen bei Tumorpatienten, seien es Krebsnachsorge oder auch unterbrochene Krebsvorsorgeprogramme, wie beim Brustkrebs
- „Eine Prognose dieses Effekts ist schwierig. Experten, die sich dazu äußerten, gingen von bis zu mehreren tausend zusätzlichen Toten aus, die bereits in März und April 2020 verstarben oder noch versterben werden.“
- Pflegefälle: „Die im März und April 2020 erzwungene Niveauabsenkung (dürfte) vorzeitige Todesfällen ausgelöst haben. Bei 3,5 Mio. Pflegebedürftigen würde eine zusätzliche Todesrate von einem Zehntel Prozent zusätzliche 3.500 Tote ausmachen. Ob es mehr oder weniger sind, ist mangels genauerer Schätzungen nicht bekannt.“
- die zunehmende Zahl von Suiziden und die Nicht-Behandlung von Herzinfarkten oder Schlaganfällen haben möglicherweise mehr Opfer gefordert als die Corona-Infektion → auch wenn die Corona-Maßnahmen aufgehoben werden, könnte es noch lange dauern, bis eine geregelte medizinische oder pflegerische Versorgung wieder sichergestellt werden kann; und das bedeutet weitere Todesopfer auch nach dem Ende der Pandemie
- „Ein Vorwurf könnte lauten: Der Staat hat sich in der Coronakrise als einer der größten fake-news-Produzenten erwiesen.”
- es fehlen in den Folgeabschätzungen die wirtschaftlichen und sozialen Konsequenzen des Lockdowns → Steuereinnahmen sinken, Staatsausgaben und Verschuldung steigen in ungeahnte Höhen, über 10 Millionen Arbeitskräfte sind in Kurzarbeit; also de facto arbeitslos. Branchen wie Handel und Gastronomie stehen vor dem Aus, Konzerne wie die Lufthansa brauchen bis zu zweistellige Milliardensummen an Überlebenshilfe.
- die sozialen Folgen werden weitreichend sein, weil der Wohlstand unserer Gesellschaft massiv abgesenkt wird: „Eine starke Wirtschafts- und Gesellschaftskrise mit eine negativen Entwicklung des BIP um 8 bis 10 Prozent im ersten Jahr, in der das Wohlstandsniveau längerfristig sinkt, wird nicht nur die Lebensqualität senken, sondern auch die Lebenserwartung der Bevölkerung."
- „In keiner Sitzung wurde über die Gesamtkosten der Schutzmaßnahmen oder den Neuverschuldungsbedarf diskutiert und auch die Auswirkungen auf die Wirtschaft und die Entwicklung am Arbeitsmarkt wurden nicht behandelt. Auch die gesundheitlichen Kollateralschäden (einschl. Todesfälle) waren kein Thema.“
- es fehlt jede Vorstellung, wie Deutschland aus dem Lockdown wieder entkommt: „Aus professioneller Sicht des Bevölkerungsschutzes und der Katastrophenhilfe wäre sinnvoll und hilfreich gewesen, eine exit-Strategie zu haben, die ein Instrumentarium dafür bietet, den Zeitpunkt zu finden, zu dem die Kollateralschäden aus dem Ruder laufen und die zu erwartenden Gesundheitsschäden beginnen zu übertreffen.“
- heftige Kritik am Robert-Koch-Institut
- der vermutete Zusammenhang zwischen Infektion und Todesfällen
- es fehlt die Berücksichtigung von Vorerkrankung, Alter und anderen Faktoren.
- die Zahl der Virustoten wird überschätzt, wichtige Daten fehlen
- ausländische Erfahrungen wurde unmittelbar auf Deutschland übertragen, dabei sei das Gesundheitssystem in Deutschland leistungsfähiger und die Bedrohung damit geringer
- mit ungenauen Angaben, Vermutungen und öffentlichkeitswirksamen Aussagen wird das Geschehen dramatisiert und werden drakonische Maßnahmen durchgesetzt.
- Beispielhaft die folgende Lageeinschätzung der Bundesregierung: „Die Gefährdung für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland wird derzeit insgesamt als hoch eingeschätzt, für Risikogruppen als sehr hoch,“ → „Aus den vorgenannten Zahlen ist noch nicht ableitbar, dass „die“ Gesundheit einer Bevölkerung von 80 Mio. Menschen hoch gefährdet ist – an der normalen Grippe sind in den letzten Jahren teilweise mehr als zehn Mal so viele Menschen gestorben, wie bisher dieses Jahr im Zusammenhang mit Corona verstarben. Wichtiger ist jedoch: Ohne Kenntnis der Zahlen von explizit an Corona verstorbenen und ohne Kenntnis des Durchseuchungsgrads der Bevölkerung können gar keine Aussagen zur Gefährdung der Bevölkerung gemacht werden!“
- „Die vom RKI gelieferten Daten sind als Grundlage für die Entscheidungsfindung nicht zu gebrauchen. Die Bewertungen des RKI sind durch die vorgelegten Daten nicht gedeckt. Die Bewertungen sind vielfach spekulativ, teilweise unplausibel. Leider besteht der Lagebericht des Krisenstabs alleine aus einer Aufbereitung dieser Daten.
Es ist erforderlich, spezifische Daten von BMG einzufordern oder durch BMI selbst zu beschaffen, um die Gefahren des Coronavirus auf unsere Gesellschaft endlich in angemessener Genauigkeit einschätzen zu können und die Maßnahmen an dieser Einschätzung auszurichten.
Die einseitige Heranziehung von Daten und Einschätzungen das RKI für den Entscheidungsprozess des Krisenmanagements ist angesichts der Vielfalt von verfügbaren Instituten, Einrichtungen und Experten nicht akzeptabel.
Insgesamt ist erschreckend, dass nach den vielen bereits vergangenen Wochen der Krise, und einer breiten öffentlichen Diskussion immer noch keine Lagebeschreibung verfügbar ist, die Anhaltspunkte zur Einschätzung der bestehenden Gefahren bietet.“
- die Datenlage war dünn und angreifbar → aber eine Vielzahl von Aktivitäten, mit den bekannten weitreichenden Auswirkungen auf Bürger, Wirtschaft und Sozialsysteme
- es wurde gepfuscht → zum Teil unter dem Zeitdruck, der allerdings aus der mangelnden Analyse folgte, und getrieben von der Politik, die Handlungsfähigkeit beweisen wollte
- Diskrepanz zwischen einer Vielzahl an operativen Aktivitäten und Maßnahmen der Ministerien einerseits, und der versäumten umfassenden Gefährdungserhebung der Gesamtlage
- die ministeriellen Arbeitsprozesse seit März 2020 waren vielfach unprofessionell und unsolide → komplexe und auswirkungsstarke Gesetzentwürfe, die normalerweise innerhalb von mehreren Wochen fachlich geprüft werden wurden vielfach innerhalb weniger Stunden „ressortabgestimmt“. Das bedeutet: Eine angemessene fachpolitische Prüfung kann nicht erfolgt sein
- es hat insgesamt an einer klaren Lageanalyse gefehlt → gravierende Fehler waren die geradezu unvermeidliche Folge
- die Bundeskanzlerin hat versagt, weil sie sich ausschließlich auf das fehlerhafte Material des Innen- und Gesundheitsministerium verlassen hat und keine eigene kritische Position aufgebaut hat
- das Innenministerium wurde von einigen Experten beraten, die zwar ihr Fachgebiet, aber nicht die Folgewirkungen überschaut haben
Das Corona-Papier: Wie das Innenministerium das Risiko heraufbeschwor
Liebe Leser und Leserinnen, was ich Ihnen heute schreibe, müsste, wenn wir noch einigermaßen funktionierende Institutionen, Behörden, Gerichte und Medien haben, den Lockdown zu einem unverzüglichen Ende bringen. Denn nun folgt eine Geschichte, in der man sich an Watergate und Wistleblowing erinnert fühlt, nur jetzt, heute und mittendrin. Da ich Arzt bin, und mich vor allem Menschen interessieren, werde ich sie Ihnen auch genau aus dieser Perspektive erzählen.ZUSAMMENFASSUNG:
- meine Corona-Beiträge bekommen sehr viel Zustimmung → das führte dazu, dass mich ein Mitarbeiter des Bundesministeriums des Innern darum bat, ihn bei der Erstellung einer medizinischen Schadensanalyse des Lockdown zu unterstützen
- meine Frage: Ist die Analyse des Schadens der eingeleiteten Corona-Schutzmaßnahmen nicht längst vom Ministerium erstellt worden? → leider nein, der Mitarbeiter des Bundesministeriums hätte dazu Vorstöße gemacht, aber sei jeweils auf taube Ohren gestoßen und es sei sogar mit Konsequenzen gedroht worden, sollte er nicht dazu schweigen
- ich vermittelte ihm schnell die Adressen meines fachlichen Netzwerkes → die Kollegen haben es dem Mitarbeiter ermöglicht, innerhalb einer Woche eine belastbare, fachlich hochkompetente Einschätzung der medizinischen Folgeschäden des Lockdown zu erstellen
- das Ergebnis: Der Schaden wird, rein medizinisch betrachtet, viel höher sein, als ihn Corona je hätte verursachen können.
- die wirtschaftlichen, sozialen und politischen Schäden bedingen sich gegenseitig → aber in diesem Papier ging es vor allem um die medizinische Seite, wie beispielsweise die 2,5 Millionen in den Corona-Monaten nicht durchgeführte Operationen, Weiterbehandlungen, Früherkennung oder Pflegeeinschränkungen.
- neben der medizinischen Schadenseinschätzung des Lockdown steht in dem Papier auch, dass es niemals zu diesen Maßnahmen hätte kommen dürfen → in Bezug zu den Dimensionen eines nationalen Katastrophenschutzes hatte die Corona-Infektion zu keinem Zeitpunkt das Potenzial, eine nationale Katastrophe mit einer bedeutenden Bedrohung für die Allgemeinheit auszulösen, das zeigen alle Zahlen, selbst die des RKI
- er versandte das Papier am Nachmittag des 8. Mai 2020 in den behördlichen Dienstweg, unter anderem auch an jedes Innenministerium der Länder
- die wichtigen Daten werden negiert und deren fachlich korrekte Interpretation gelangt nicht mehr in die Abteilungen der Ministerien, die Leitmedien applaudieren dazu, anstatt auf diese grundlegenden Versäumnisse hinzuweisen
- diejenigen, die dies dennoch tun (z.B. Professor Sucharit Bhakdi und Professor Stefan Hockertz) sind gezwungen, auf Internetmedien auszuweichen, was wiederum dazu benutzt wird, sie als Außenseiter zu diffamieren
- es existiert kein funktionierender Alarmknopf mehr, der die Politik effektiv warnt, wenn sie Gefahr läuft, sich auf einem Irrweg kolossal zu verrennen
- nach nur zwei Stunden eine Antwort aus dem Ministerium an alle beteiligten Wissenschaftler:
Sehr geehrte Damen und Herren, ich möchte Sie darauf hinweisen, dass es sich vorliegend um ein von einem einzelnen Mitarbeiter verfasstes Papier handelt. Der Mitarbeiter war weder am Krisenstab beteiligt, noch beauftragt oder autorisiert eine solche Analyse zu erstellen oder zu veröffentlichen. Sie gibt seine private Auffassung wieder, nicht die des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat. Mit freundlichen Grüßen Im Auftrag H. Gemeinsamer Krisenstab des BMI/BMG, Stabsbereich 4
- Sehr geehrte Frau H., danke für die Information. Da es sich um eine sehr dringliche Angelegenheit handelt, Herr XY im Interesse Ihres Hauses und der Republik handelt, und es sich bei uns zwar nicht um vom Krisenstab eingeladene, aber dennoch ausgewiesene Fachleute handelt, so wäre es glaube ich nicht nur klug, sondern auch politisch und sachlich vernünftig, in außergewöhnlichen Zeiten auch außergewöhnliche Wege zuzulassen. Ihre Position nehme ich zur Kenntnis. Verständnis dafür habe ich allerdings nicht. Beste Grüsse Harald Wallach Prof. Dr.Dr.phil. Harald Walach, Dozent und Gastprofessor, Dept. Psychologie, Universität Witten-Herdecke
- Verehrte Frau H., realisieren Sie bitte, dass viele sehr kundige Wissenschaftler auf Sie und Ihr Ministerium schauen, und dass alle Reaktionen sorgfältig dokumentiert werden. Die Wahrheit wird mit Sicherheit in nicht allzu ferner Zukunft ans Tageslicht kommen. Und dann werden die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen. Wenn Sie die Wahrheit nicht erkannt haben, mögen Sie sich aus ureigenem Interesse mit dem Thema ernsthaft beschäftigen. Wir sind bestimmt keine Verschwörer, sondern wollen dazu beitragen, dass in unserem Land Unrecht beendet wird, das unendlich vielen Menschen unendlich viel Leid angetan hat. Ihr Sucharit Bhakdi
- Sehr geehrte Frau H.! Haben Sie Dank für Ihren Hinweis. Ich sehe, dass Sie Herrn XY in der Sache nicht widersprechen. Zudem höre ich, dass Herr Minister Seehofer Eigeninitiative seiner Beamten ausdrücklich ermutigt. Ich hoffe deshalb, dass Herrn XY die Anhörung nicht verweigert wird. Ganz herzlich, Gunnar Heinsohn
- Sehr geehrte Frau H., vielen Dank für Ihren Hinweis. Auch wenn es sich um ein von einem einzelnen Mitarbeiter des BMI verfasstes Papier handelt, dieser Mitarbeiter weder am Krisenstab beteiligt war, noch beauftragt oder autorisiert war, eine solche Analyse zu erstellen oder zu veröffentlichen, so wäre es doch angeraten, sich inhaltlich mit diesen Unterlagen zu beschäftigen. Formal mag es ein ungewöhnlicher Schritt dieses Mitarbeiters gewesen sein, aber sehr geehrte Frau H., wir leben zur Zeit auch in äußerst ungewöhnlichen Zeiten. Und diese historischen Zeiten berechtigen eben auch zu Eigeninitiative, die wir als Bürger von unseren Ministerien erwarten dürfen. Somit erwarte ich von Ihnen nach dieser formalen Feststellung, die ich zur Kenntnis genommen habe, nun eine inhaltliche Auseinandersetzung – gern mit uns als Sachverständige. Mit freundlichen Grüßen, Stefan Hockertz
- Sehr geehrte Frau H., angesichts der dramatischen Lage, die jetzt schon in vielen Bereiche der Patientenversorgung bestehen und die sich an jedem Tag des Lockdowns verschlimmern, bitte ich darum, nicht auf Formalien zu bestehen, sondern sich inhaltlich mit den Problemen zu befassen. Als Bürger zähle ich darauf, dass die genannten großen gesundheitlichen Probleme, die durch den Lockdown entstehen, vom Bundesinnenministerium angemessen ins Verhältnis zu den Gefahren der Coronainfektion gesetzt werden. Darf ich Sie fragen, ob dies bisher ausreichend geschehen ist und wo dies einsehbar ist? Mit freundlichen Grüssen Gunter Frank
- Soweit die Schreiben von beteiligten Wissenschaftlern an die Vertreterin des Krisenstabs. Der Mitarbeiter des Innenministeriums wurde daraufhin freigestellt und ein Gespräch für nächste Woche mit seinem Vorgesetzten terminiert.
- Die Mail mit dem kompletten Bewertungspapier liegt nun über das Wochenende in den Email-Eingängen aller Innenministerien der Bundesländer.
- der Redaktion liegt das gesamte Papier vor, und es wird derzeit geprüft, inwieweit daraus zitiert werden darf. Weitere Beiträge werden folgen.
Das RKI trickst mit Zahlen
Das Unfassbarste sei zu Beginn noch einmal wiederholt: auch 3 Monate nachdem COVID-19 in Deutschland angekommen ist, giltEs gibt weiterhin keine wissenschaftlich soliden Daten zu COVID-19 in Deutschland!
Um die Ausbreitung und den Verlauf einer Infektionskrankheit in einer Bevölkerung wissenschaftlich korrekt beschreiben zu können, müssen vor allem und als erstes zwei Fragen beantwortet werden:
- wie viele Menschen sind zu einem bestimmten Zeitpunkt infiziert (Prävalenz)?
- wie viele Menschen infizieren sich in einem bestimmten Zeitraum neu (Inzidenz)?
Wenn von diesen 10.000 also zu einem Zeitpunkt 500 Menschen infiziert sind, entspricht das einer Prävalenz von 5% - wenn die Stichprobe tatsächlich repräsentativ ist, dürfte man daraus schlussfolgern, dass auch von der Gesamtbevölkerung etwa 5%, dann also etwa 4.150.000 Menschen infiziert seien.
Untersucht man diese 10.000 Menschen 2 Wochen später erneut und bis dahin sind z.B. 700 Menschen infiziert, entspricht das einer Inzidenz von 200 Neuinfektionen oder 2% innerhalb von 2 Wochen und man darf schließen, dass auch in der Gesamtbevölkerung die Zahl der Infizierten um etwa den gleichen Anteil von 2% der Bevölkerung angestiegen ist - von 4.150.000 also auf dann 5.810.000.
So unglaublich das klingt: eine so einfache und basale Untersuchung wurde bisher in Deutschland nicht durchgeführt, die Prävalenz und die Inzidenz von COVID-19 in Deutschland sind unverändert unbekannt!
Wie kann das sein, wo doch das RKI, die Johns-Hopkins-Universität, jedes Lokalblättchen und jeder Fernsehsender und täglich überfluten mit Zahlenkolonnen, Säulen- und Tortendiagramen in den buntesten Farben? Und auf der Grundlage diese Zahlen mal eben Grundrechte abgeschafft, Parlamente kalt gestellt (tagesschau,de 10.05.2020) und Volkswirtschaften (und mit ihnen unzählige einzelne wirtschaftliche Existenzen) ruiniert werden?
Das RKI hält es offenbar nicht für sinnvoll, eine wirklich wissenschaftlich belastbare Datengrundlage zu COVID-19 in Deutschland zu liefern.
Denn:
- unverändert werden in Deutschland die SARS-CoV-2-Tests auf Anraten des RKI hin nicht an repräsentativen Stichproben vorgenommen, sondern nur bei Menschen, bei denen ohnehin ein Krankheitsverdacht besteht. Dies ist medizinisch für die Versorgung dieser Menschen sinnvoll, kann aber keineswegs Daten liefern, die Rückschlüsse auf COVID-19 in der Gesamtbevölkerung zulassen, eben weil diese Gruppe der Krankheitsverdächtigen niemals repräsentativ ist.
- unverändert wird die Zahl der Tests jede Woche verändert, meist gesteigert - auch dies ist sinnvoll unter dem Blickwinkel des einzelnen Kranken, der sich leichter testen lassen kann; auch dies schließt aber aus, die so gewonnenen Zahlen positiver Testergebnisse als Maß für die Entwicklung der Erkrankung zu verwenden.
Eine solche Berechnung setzte voraus, dass in jedem Landkreis z.B. einmal in der Woche 1000 repräsentativ ausgewählte Menschen verdachtsunabhängig getestet würden - das wäre sehr einfach und sehr machbar, wird aber, aus welchen Gründen auch immer, unverändert nicht durchgeführt.
Angesichts der mittlerweile langen Zeit der COVID-19-Pandemie in Deutschland und der zunehmenden Zahl unverdächtig-seriöser Fachleute, die auf diese fortgesetzten, groben epidemiologischen Fehler des RKI (und aller nachgeordneten Stellen, von der Bundesregierung bis zu den Medien) hinweisen, fällt es zunehmend schwer, diese katastrophale Situation nur mit epidemiologisch-statistischem Analphabetentum der obersten deutschen Gesundheitsbehörde zu erklären...



