Samstag, 12. September 2020

Demo

Es war ein komplizierter Demo-Tag. Um 13 Uhr sollte der Zug vom Odeonsplatz starten, für 500 Personen genehmigt. Ich kam so gegen 13:30 Uhr am Marienhof aus der U-Bahn, da zog vor meiner Nase ein Demozug gen Marienplatz. Die Leute trugen weiße Ballons mit Sprüchen: Freiheit, Demokratie etc. Ich fragte: "Ist das die Demo?" Es wurde bestätigt, aber später stellte sich raus: es war ein Wanderverein aus dem Voralpenland, der nicht auf den Odeonsplatz gelangte und nun eine spontane Demo angemeldet hatte.


 Ich bekam einen Ballon und schloss mich an. Fünf, sechs Polizisten führten uns - ca. 100 Personen - durch die proppevolle Fußgängerzone. Die Menschen starrten uns überrascht an. 

Ich dachte, wir stoßen dann schon zu der richtigen Demo, aber das war nicht so einfach. Die war in Richtung Pinakotheken unterwegs. Am Stachus trennte ich mich von dem netten Wandertrupp und zog alleine weiter, Richtung Theresienwiese. Überall Polizei. Ich fragte mich von einem Posten zum anderen weiter durch: "Wo ist die Querdenken-Demo?" Sie waren alle sehr nett. Ich wurde irgendwann informiert, dass die Demo feststeckt. Dann, dass sie diskutiert, wegen Abstand und Masken etc. Dann sagte man mir, da war ich schon durch die halbe Stadt gelaufen und ziemlich nah dran: "Die Demo wird aufgelöst." Und so war es auch:










Ich ging zurück zum Odeonsplatz, um von dort die U-Bahn zur Theresienwiese zu nehmen.  Der Odeonsplatz war komplett umlagert von Polizeiwagen.





Ich kam unbeschadet mit der U-Bahn zur Theresienwiese, so ca. gegen 14:30 Uhr. Langsam kamen aus allen Ecken der Innenstadt die Demonstranten an. Ich setzte mich erstmal unter die Bäume, es war richtig heiß.









Es war schön zu sehen, wie sich der Platz langsam füllte. Wunderbar! Die Polizei fuhr ständig ihre Wagen hin und her und parkte sie ordentlich in einer Reihe. Das hat ihnen wohl großen Spaß gemacht.

Irgendwann ging die Demo dann los mit all den Widrigkeiten: Drohungen per Lautsprecher, weil wir keine Masken trugen und weil der Abstand nicht reichte. Immer weiter verteilten sich die Leute auseinander, es war toll. Und die meisten trugen dann sogar Maske. Sogar ich zog mir ein Tuch vor's Gesicht. Die Stimmung war heiter und gelöst, es war einfach richtig schön. 


























Ein Hubschrauber kreiste, es kamen immer mehr Polizeiwagen, ein Trupp sehr, sehr schräger Gestalten (Antifa) zog durch - aber all das störte nicht - die Leute sind einfach locker und toll und Demo-erfahren. Ich habe mich sehr wohlgefühlt.

Irgendwann musste ich dann gehen, weil mein Wasser alle war und ich total erschöpft war.




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