Dienstag, 5. Mai 2020

Krieg

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Dr. Wolfgang Wodarg, Ärztliches und Wissenschaftliches  ·  04. Mai 2020

Krieg gegen einen Joker

ZUSAMMENFASSUNG:
  • die Pharma-Industrie und ihre Virologen versuchen derzeit, den Erreger SARS-CoV2 als stabilen Feind zu definieren
  • "Krieg gegen das Virus" → in Hinblick auf eine mögliche Impfung versucht man, uns die Illusion eines klar definierbaren Gegners in der Welt der Viren einzureden
  • am 4.5.2020 findet eine Online-Geberkonferenz zur "Schaffung einer coronafreien Welt" (ARD-Tagesschau) statt und Kanzlerin Merkel verspricht Milliarden unserer Steuergelder dafür hinzugeben.
  • aus wissenschaftlicher Sicht →  gefährliche Irrwege
  • das SARS-Virus ändert sich laufend, auch unser Immunsystem reagiert unvorhersehbar (Kreuzimmunitäten? Immungedächtnis?) → die Spezifität und Aussagekraft von Tests ist schnell vergänglich, ebenso die Wirkung eines Impfstoffes
  • Immunitätsnachweise und Massenimpfungen gegen respiratorische Viren sind riskanter Nonsens
  • bei sich rasch wandelnden Erregern ist der Impferfolg Glückssache → erst hinterher kann festgestellt werden, ob die Geimpften besser dran waren als die Nichtgeimpften, eine evidenzbasierte vorherige Nutzenprüfung ist nicht möglich
  • die Webseite CoV-Glue (Amino acid analysis for the SARS-CoV-2 pandemic)→  für SARS-CoV2 in einen sehr kurzen Zeitraum von ca. 4 Monaten
    • 7237 nicht-synonyme, d.h. Aminosäure verändernde Mutationen (replacements)
    •  6 Insertions (Einfügen von zusätzlichen Basen)
    • 87 Deletions (Wegfall von Basen in der Gensequenz)
  • das ist für ein Genom, dass selbst nur aus ca. 30.000 Basen besteht, eine enorme Anzahl von Mutationen, Insertionen und Deletionen in kürzester Zeit
  • Zweifel am PCR Test bestanden von Anfang an (Quelle)
  • die bislang sequenzierten SARS-CoV2 Viren zeigen einen extrem kleinen Ausschnitt der Natur →  im Verhältnis zum Gesamtgenom aller Coronaviren in allen Menschen fällt dieser Ausschnitt kaum ins Gewicht
  • die letzten 15 Jahre hat man Coronaviren kaum betrachtet, weder beim Mensch noch beim Tier →  der weitaus überwiegende Teil der Coronavirus Gen-Sequenzen in den Datenbanken stammt aus den letzten 4 Monaten oder ist 15 Jahre alt
  • einige Veröffentlichungen sprechen davon, dass Haplotypen (also genetische Muster) von SARS-CoV2 schon wieder verschwunden sind, d.h. nicht mehr bei neu sequenzierten Basenfolgen gefunden werden 
  • die Virologie tut das, was sie die letzten 30 Jahre gemacht hat →  sie findet eine virale Gensequenz, die sie noch nicht kannte und erklärt das neu entdeckte Virus zum Todesvirus
  • die Zoonose-Hypothese →  ein Erreger sei Ende 2019 neu von einem tierischen Wirt auf den Menschen in Wuhan auf dem Fischmarkt übergegangen
  • damit kann man pauschal eine erhöhte Pathogenität (= ein erhöhtes Potential krank zu machen) unterstellen → der Erreger sei für den Menschen neu, deshalb hätten die Menschen keine Gelegenheit gehabt sich an den neuen Erreger zu adaptieren
  • dieses Vorgehen funktioniert auch deshalb so gut, weil man immer von schwerstkranken Patienten ausgeht, die dann auch zumeist an mehreren Krankheiten leiden (multimorbid), und Menschen ohne oder mit schwachen Symptomen nicht testet →  sofort hat man den scheinbaren Beweis, dass positiver Test und Tod Hand in Hand gehen
  • der Beweis von Drosten, Wieler & Co.: man nehme zwei Gensequenzen, eine von einem tierischen Coronavirus und eine von einem humanen Coronavirus → beide haben einen großen genetischen Abstand
  • diese Behauptung kann man deshalb so einfach aufstellen, da es für alles was dazwischen liegt keine Daten gibt → niemand hat in der notwendigen Dichte tierische und humane Coronaviren in den letzten 15 Jahren vermessen
  • aber eine sehr großen Anzahl an SARS-CoV2 positiven Menschen zeigen keine oder nur milde Symptome→ das geht nicht, ohne dass das Immunsystem auf das Virus vorbereitet gewesen ist, das legt eine kontinuierliche Entwicklung bis zu SARS-CoV2 (und seiner vielen Varianten) nahe
  • man sollte das Bild eines "Stammbaumes" aufgeben → das Bild rekursiver Netze erscheint passender
  • die Diversität von SARS-CoV2 ist so groß, dass sich schon in kleinen Samples Cluster bilden →  eine eindeutige Zuordnung, wie der Virus nach New York gekommen ist, ist nicht mehr möglich
  • alternative Interpretationen derselben Daten aus den Gen-Datenbanken legen nahe, dass SARS-CoV2 sich schon seit 40 + Jahren beim Menschen verbreitet
Was Glyphosat für die Felder sind Virostatika für den Menschen
  • Viren sind vermutlich genauso alt wie Bakterien → das Immunsystem der Wirbeltiere ist als Einziges in der Lage den Körper mit den immer neuen Virenvarianten zu harmonisieren, genau dazu ist es im Rahmen der Evolution entstanden
  • das Immunsystem der Wirbeltiere entwickelte sich in engstem Kontakt mit den Viren → doch die moderne Medizin regelt die Immunantwort mit Hilfe von Corticosteroiden herunter (COVID-19 Behandlungsprotokolle, vor allem aus den USA)
  • Intensivpatienten sterben an den Folgen der Beatmung u.a. weil man ihnen mit Fentanyl das Atmen abgewöhnen muss, sonst funktioniert künstliche Beatmung nicht → diese Patienten wachen, wenn überhaupt, als Junkies auf
  • dazu kommen Medikamente wie Remdesivir, das für die Ebola-Therapie zu giftig gewesen ist und in weiteren Tests durchfällt → alle Zweifel haben nicht daran gehindert, Remdesivir in den USA im Blitzverfahren für den Gebrauch freizugeben
  • Chloroquin und Azithromycin sind Kombinationstherapien, die bei Menschen mit cardiovaskulären Vorerkrankungen zum Herzstillstand führen können
  • eine Chloroquin Monotherapie führt bei Menschen mit Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase Mangel zur Schädigung der roten Blutkörperchen (verklumpen)
  • alles initiiert durch einen maroden Test, überhastete Maßnahmen und ein durch nichts zurechtfertigendes Vertrauen in den minimalen Ausschnitt der Evolutionsmaschine Natur, der in den Gendatenbanken abgelegt ist.


Ärzteblatt >>
4.5.20

SARS-CoV-2: Heinsberg-Studie deutet auf weite Verbreitung des Virus in der deutschen Bevölkerung hin

ZUSAMMENFASSUNG
  • in Heinsberg haben sich vermutlich 15,5 % der Bevölkerung mit SARS-CoV-2 infiziert → 5-fach höher als die gemeldeten Zahlen
  • am 15. Februar starker Anstieg der Erkrankungen, der trotz eines Shutdowns (!) seit dem 28. Februar über den gesamten März anhielt (Höhepunkt: 13. März)
  • Antikörpertests →  unter Berücksichtigung der Testungenauig­keiten eine Infektionsrate von 15,5 %
  • die Infektionsrate könnte in Wirklichkeit noch höher gewesen sein → es könnten sich 19,98 % (15,84 bis 24,40 %) der Einwohner, also jeder 5., infiziert haben
  • 1.956 Einwohner infiziert, von denen 7 gestorben sind→  eine Infektionssterblichkeit von 0,358 %
  • für eine Hochrechnung die Zahl von fast 6.700 SARS-CoV-2-assoziierten Todesfällen in Deutschland zugrunde legen → rund 1,8 Millionen Infizierte in Deutschland (2,2 % der Gesamtbevölkerung), diese Dunkelziffer ist um den Faktor 10 größer als die Gesamtzahl der offiziell gemelde­ten Fälle 
  • insgesamt 22,22 % der Infizierten, also mehr als jeder 5., berichteten überhaupt keine Symptome
  • in Heinsberg  noch keine Infektionen in Seniorenheime, wo die Infektionssterblichkeit deutlich höher sei als im Rest der Bevölkerung. © rme/afp/aerzteblatt.de

NachDenkSeiten>>

Coronavirus: Epidemische Lage von nationaler Tragweite?

Mit Ulrich Keil, Epidemiologe der Universität Münster, ehemaliger Berater der WHO und langjähriger Vorsitzender der europäischen Region der International Epidemiological Association, dem Weltverband der Epidemiologen, beklagt ein weiterer führender Epidemiologe das Fehlen wissenschaftlicher Evidenz als notwendige Grundlage politischer Entscheidungen und stellt COVID-19 epidemiologisch in den Kontext üblicher saisonaler Grippe-Epidemien

 04. Mai 2020 um 9:10 Ein Artikel von: Redaktion
ZUSAMMENFASSUNG
  • die Bundesregierung und ihre Berater predigen gebetsmühlenartig: „Wir stehen erst am Anfang der Epidemie.“ → sie tun dies, obwohl seit Wochen ein anhaltender Rückgang bei den gemeldeten Zahlen an Neuansteckungen erkennbar ist
  • dieser begann bereits vor dem verhängten Lockdown → Verlaufsdaten von den bisher bekannten Coronaviren: der Peak erstreckt sich über die Monate Januar und Februar, Ende März gehen die Zahlen dann schon deutlich zurück und bis Ende April, Anfang Mai klingt die Ausbreitung des Virus ab
  • es ist möglich, dass ein genetisch leicht verändertes Coronavirus im nächsten Herbst oder Winter wiederkommt → das erleben wir alljährlich auch bei anderen Erregern der Grippe oder grippeähnlicher Erkrankungen
  • wahrscheinlich ist, dass die Erreger auf mehr Widerstandskraft stoßen, weil sich eine Herdenimmunität gebildet hat und sie deshalb weniger neue Infektionen auslösen können
  • erwiesen ist, dass Coronaviren immer wieder kommen und gehen und an vielen Grippewellen beteiligt sind
  • für die diversen Atemwegserkrankungen im Laufe der saisonalen Grippe ist ein Cocktail verschiedener Erreger ursächlich → Influenza A oder B, Parainfluenza oder Coronaviren
  • der Grad der Beteiligung unterliegt einem steten Wandel →  auf das Konto von Influenza gehen einmal sehr viele und im nächsten Jahr wieder weniger Erkrankungen, dafür stoßen dann andere Erreger in diese Lücke
  • genau das erleben wir in diesem Jahr →  während Influenzainfektionen sich auf einem sehr niedrigen Level bewegen, ist es nun dieses neue Coronavirus, das sich in den Vordergrund gedrängt hat
  • natürlich ist dieses Virus neu, also eine Mutation von Vorgängererregern →  aber auch das ist ja völlig üblich und der Grund dafür, dass wir gegen die Influenza jedes Jahr einen neuen Impfstoff entwickeln
  • die Herangehensweise des RKI und von Christian Drosten ist verkürzt → Virologen haben häufig eine sehr monokausale Sichtweise, nach dem Motto: Ein Virus – eine Krankheit – eine Todesursache
  • das Schillern solcher Viren kommt daher, dass sie sich verändern und damit unberechenbar, unkontrollierbar und bedrohlich erscheinen → aber das ist ein völlig normales Phänomen, das uns Menschen seit Jahrtausenden beschäftigt und wahrscheinlich der Grund dafür ist, dass es uns noch gibt: diese Erreger fordern unsere Immunabwehr immer wieder aufs Neue heraus
  • allerdings ist dieses Coronavirus nicht gefährlicher und tödlicher als das, was wir von früheren stärkeren Influenzawellen kennen
  • John Ioannidis von der Stanford-University →  die Letalität liegt bei 0,1 Prozent, die Heinsberg-Studie:  0,36 Prozent
  • dagegen stehen die extrem verzerrten Daten des RKI, der Weltgesundheitsorganisation und der Johns-Hopkins-Universität, die primär Hochrisikogruppen testen
  • unser Plädoyer → Daten anhand von repräsentativen Zufallsstichproben in der Bevölkerung ermitteln
  • das, was das RKI vorhat, 15.000 Personen, die repräsentativ für die deutsche Bevölkerung stehen, mit dem PCR-Test und mittels Serologie zu testen, ist der einzig gangbare Weg, aus dem Datensalat herauszukommen
  • es sieht so aus, dass der Lockdown in einem Moment erfolgte, als das Virus schon auf dem Rückzug war, nämlich am 18. März →  wenn jemand sagt, wir hätten die Herdenimmunität wegen der drohenden Belastungen fürs Gesundheitssystem nicht riskiert und deshalb den Lockdown-Weg gewählt, dann ist derjenige in einer falschen Logik gefangen
  • das Imperial College in London hat in seinen Modellen anfangs von 40 Millionen Toten weltweit gesprochen und für Deutschland 1,1 Millionen Intensivpatienten prognostiziert →  der dort tonangebende Neil Ferguson hat schon beim Schweinegrippe-Alarm völlig danebengelegen, er sagte 30 Millionen Tote voraus, weltweit starben nach WHO-Angaben insgesamt 18.000 Menschen, in Deutschland waren es laut RKI 258
  • Herdenimmunität, möglichst breite Durchseuchung der Bevölkerung→  60 Prozent an Immunisierten nötig, um die Ausbreitung des Virus aufzuhalten?
  • dieser Wert 60 Prozent ist nicht überprüft → die schwere Grippeepidemie von 2017/18: betroffen waren bloß 20 Prozent der Bevölkerung und trotzdem war die Grippe auf einmal weg
  • Covid-19 ist eine für bestimmte Risikogruppen gefährliche und mithin tödliche Krankheit → aber im Falle Italiens und Spaniens: ein kaputtgespartes und schon für die normale Versorgung mangelhaft ausgestattetes Gesundheitssystem
  • daneben spielt auch die gegenüber Deutschland drei Jahre höhere Lebenserwartung in diesen Ländern eine Rolle, die die Gruppe der Vulnerablen größer macht und andere Faktoren wie nosokomiale Infektionen, Umweltfaktoren und Panikreaktionen
  • in den USA wirken sich bei dieser akuten Krise die riesigen Mängel im Krankenversicherungssystem besonders negativ aus → viele schwer Erkrankte kommen wegen der hohen zu erwartenden Kosten zu spät oder gar nicht ins Krankenhaus
  • zur Einordnung: 2017/18 wurden in den USA bei der saisonalen Grippe 80.000 Tote beklagt, ei uns waren es 25.000 (= höhere Rate bezogen auf Bevölkerungsanzahl)
  • Immunität bildet sich nicht nur mittels Antikörpern → es gibt auch eine sogenannte Zellimmunität und viele andere Mechanismen, wie sich der Körper gegen Eindringlinge zur Wehr setzt
  • der Körper entwickelt so eine Art Abwehrgedächtnis → wenn wir in der Vergangenheit ein bestimmtes Coronavirus erfolgreich bekämpft haben, gelingt uns das bei neueren Varianten wiederum leichter und besser
  • es genügt, Menschen mit Vorerkrankungen, gebrechliche und immungeschwächte Personen über mögliche Gefahren aufzuklären und darüber zu informieren, wie sie sich davor schützen können. Hygieneregeln wie das richtige Händewaschen sind das A und O. Sachliche Aufklärung, worauf gerade die schwedische Regierung gesetzt hat, ist der weitaus bessere Ratgeber als Angst und Panik.