Das Werbeblättchen von GEA hat einen so netten Einleitungs-Brief von Heini Staudinger an uns, dass ich ihn hier hinterlegen möchte:
Zwei Blondinen sitzen auf einem Baum und sägen an dem Ast, auf dem sie sitzen. Kommt einer vorbei, schaut hinauf und sieht die zwei im Baum am Ast sägend. Er ruft ihnen zu, „wenn ihr so weitersägt, werdet ihr herunterfallen und im Dreck landen“. Sie lächeln verschmitzt und er geht weiter. Ein Weilchen später kommt er zurück und sieht die beiden, wie sie im Dreck liegen. Da hebt die eine ihren Kopf, sieht ihn und sagt zur andern: „Du, Cindy, schau, der Hellseher ist wieder da.“
Liebe Blondinen, seid mir nicht böse, denn eines ist klar, die, die hier im Witz gemeint sind, sind in Wirklichkeit nicht die Blondinen, sondern die PolitikerInnen und Konzern-ManagerInnen, die sich den wirklich ernsten Problemen unseres Planeten verweigern und weiterhin Vollgas auf das Pferd setzen, welches sie schon fast zu Tode geritten haben. Welches Pferd ich da meine? … immer wieder Wirtschaftswachstum (Ausbeutung der Natur bis zum Kollaps), Energieverschwendung (wir überhitzen die Erde), totale Abhängigkeit vom Erdöl (ohne Diesel keine Ernte und keine Versorgung), Erschöpfung von Mensch und Natur. Ja, und natürlich sind auch wir gemeint, ein/e jede/r von uns, denn die Summe der vielen birgt auch der Lebensstil des einzelnen eine Gefahr für Mutter Erde.
Es ist gar nicht so lange her, da kam der Moderator einer Podiumsdiskussion auf mich zu und fragte mich, wie ich mir denn die Welt in zehn Jahren vorstellen, ja erträumen möchte. Ich antwortete in zehn Jahren werden Millionen junger Leute, die heute noch arbeitslos sind, mit großem Engagement Millionen von Quadratkilometern wieder aufforsten. Millionen von Menschen werden in ganz Europa mit Fleiß und Know-how ihr Bestes geben, um die Bodengesundheit wieder herzustellen. Beides ist ungemein wichtig, denn Wald und Humus verwerten das Kohlenstoff „C“-Atom vom CO 2 und beschenken uns mit O2, dem Sauerstoff. In zehn Jahren werden wir überall mit dem Trink- und Regenwasser sorgfältig umgehen. Unzählige talentierte Leute werden die Energiewende vorantreiben …und außerdem werden wir Schuhe und Textilien wieder hier machen und tausende junge Leute werden mit Stolz die Schuhe und die Kleider tragen, die sie selbst entworfen und gefertigt haben. Endlich können die vielen, vielen jungen Frauen ihre Modebegeisterung in Form schönster Entwürfe ausleben und ihre Schneiderkünste beim Flanieren präsentieren. Und junge Männer werden sie bewundern und sie fragen, woher sie denn diese schönen Kleider hätten? … Eine schnappt die Frage auf und errötet ... doch dann erklärt sie mit Stolz, sie habe dieses Kleid selber geschneidert.
Es gibt eine schönere Welt als diese idiotische, konsumistische Wegwerfgesellschaft, die dauernd unter Stress steht und unterm Strich alles kaputt macht. In dieser Situation sind unsere Träume umso wichtiger. Dom Hélder Càmara sagte einmal: „Wenn ich allein träume, ist es nur ein Traum. Wenn wir gemeinsam träumen, ist es der Anfang einer neuen Wirklichkeit.“
In seinem Sinne sage ich, wir dürfen uns den Traum von einer besseren und gerechteren Welt nicht von den Geschäftemachern nehmen lassen.
Das meint im Ernst
Heini Staudinger

