Donnerstag, 25. Juni 2020
Die Panikdemie
Die derzeitigen Corona-Maßnahmen und der Umgang der Bürger damit bilden die extreme Steigerungsform einer normopathischen Gesellschaft.
von Adriana SprengerHans-Joachim Maaz, Jahrgang 1943, war von 1980 bis 2008 Chefarzt der Klinik für Psychotherapie und Psychosomatik im Diakoniewerk Halle an der Saale sowie langjähriger Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für analytische Psychotherapie und Tiefenpsychologie.
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- die Psychopathologie des „Normalen“ beschäftigte Maaz schon in früheren Büchern → jetzt gewinnt diese Thematik jedoch exponentiell an Bedeutung
- die Maßnahmen des „Social Distancing“, die Markenpflicht sowie die Denunzierung kritischer Stimmen → die medial geschürte Urangst vor Krankheit und Tod dient als Nährboden einer Gesellschaft, in der Menschen nur noch in eine Richtung zu denken und zu handeln vermögen
- es werden keine kritischen Stimmen zugelassen, wissenschaftliche Belege, die nicht dem geltenden Narrativ entsprechen, werden denunziert → die anfangs noch sehr unbekannte Situation wird nicht geklärt, sondern die eingeschlagene Richtung wird durchgesetzt
- mediale Panikmache als als politisches Werkzeug, um die eingeführten Maßnahmen akzeptabel erscheinen zu lassen
- die Furcht vor einem unbekannten Virus löst eine reale Angst aus → außerdem hat jeder Mensch auch eigene innerseelische Ängste, die durch die mediale Orientierung auf das Virus projiziert werden und somit eine kollektive Paranoia auslösen
- der körperliche Abstand bei akuter Krankheit kann legitimiert sein → jedoch der soziale, emotionale Abstand hat in jedem Fall negative Auswirkungen auf den Menschen
- wenn es Kindern und Jugendlichen an sozialer Nähe fehlt, können diese unter einer schwerwiegenden Fehlentwicklung leiden → es fehlt an der Spiegelung, Bestätigung und der zwischenmenschlichen Erfahrung
- Masken: die medizinische Notwendigkeit wurde in aktuellen Studien widerlegt→ die psychologische Wirkung: die Maske dient zur Demonstration eine gefährliche Situation, vor der es sich zu schützen gilt
- die, die über diese Maßnahmen entscheiden, merken, dass man Menschen nur Angst machen müsse, um sie der Freiheit zu berauben
- auffällige Tendenz, dass Fragen zur Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen nicht öffentlich gestellt und diskutiert werden können →dynamischen Gruppentherapie: Aufteilung der Gruppe in Anführer, Mitläufer und Außenseiter, auch Omega genannt
- oft werden Omegas beschimpft und aus der Gruppe gedrängt, obwohl sie Träger wichtiger Informationen sind, die von anderen aber nicht zur Kenntnis genommen oder akzeptiert werden wollen
- Omegas haben nicht die absolute Wahrheit gepachtet haben → können jedoch oftmals die Aspekte des Geschehens, die den anderen Gruppenmitgliedern unangenehm sind, sichtbar machen
- werden jetzt als als Verschwörungstheoretiker etc. diffamiert → aber: wer so tief in die Hass-Kiste greifen muss, hat etwas zu verbergen
- Normopathie (Buch „Das falsche Leben — Ursachen und Folgen unserer normopathischen Gesellschaft“) → bezeichnet eine Persönlichkeitsstörung des Menschen, die die zwanghafte und überkonforme Anpassung an vermeintlich geltenden Normen und Regeln einer Gesellschaft mit sich bringt
- in einer normopathischen Gesellschaft wird das Gestörte (Pathische) nicht mehr als Störung wahrgenommen → vielmehr wird es in unserer Gesellschaft als normal angesehen, da offensichtlich die Mehrheit der Bevölkerung so denkt und handelt
- dies ist in der Geschichte an den Beispielen des Nationalsozialismus, Kommunismus und dem heutigen Narzissmus zu erkennen
- Ausgangspunkt einer normopathischen Entwicklung ist die frühe Entfremdung der Menschen dar → wenn Menschen in ihrer Entwicklung nicht die Liebe und das Verständnis erhalten hatten, die sie benötigten, um einen gesunden Selbstwert zu entwickeln, weisen sie ein seelisches Defizit auf
- gepaart mit dem menschlichen Grundbedürfnis des „sozial eingebunden Fühlens“ birgt das eine große Gefahr in Richtung überangepasster Gesellschaft
- durch die Urangst vor Krankheit und Tod bringt man die Menschen in eine Form von Abhängigkeit → obwohl das Ausmaß der Gefahr durch das Corona-Virus nicht real ist, wurde diese Urangst jedoch gepflanzt und wächst nun als normopathischer Wunsch des „Gerettetwerdens“ weiter
- In seinem Artikel „Die Corona-Religion“ schreibt Maaz: „Jetzt sind alle betroffen, und jetzt gibt es endlich einen benennbaren Feind, gegen den alle finster entschlossen und gemeinsam kämpfen können. Das ist die Massenpsychologie eines jeden Krieges. Das war die Massenpsychologie des Faschismus, des Stalinismus und wird zur Massenpsychologie des Narzissmus.“
- Narzissmus: auf der einen Seite generieren Menschen ein größeres Selbst, das immer das Beste sein muss, und auf der anderen Seite generieren Menschen ein kleineres Selbst, das nur unter Abhängigkeit existieren kann → wenn an der Spitze narzisstische Eliten stehen, hat das Volk oft den Wunsch, geführt und gerettet zu werden
- dies wird jetzt deutlich → die Menschen sehen ihre eigene Entfremdung ebenso wenig wie die uferlosen Folgen der Maßnahmen.

