Andreas Popp gibt ARD ein Interview zum Thema Verschwörungstheorien
Am 26. Mai 2020 strahlte die ARD-Sendung Report Mainz eine Sendung zum Thema Verschwörungstheorien aus. Während man für diese Sendung drei Sätze zusammenhanglos wiedergab, zeigen wir hier das gesamte Interview mit dem ARD-Journalisten Philipp Reichert.Pandemische Visionen: Das Virus als Symptom
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von holgerpotzsch · Veröffentlicht 25/05/2020 · Aktualisiert 26/05/2020
ZUSAMMENFASSUNG
- was fehlt sind Debatten ohne Denkverbote, die anschaulich machen, dass sich zu diesen Themen nicht alle einig sind → das Spektrum der in den Leitmedien verbreiteten Meinungen wird immer enger
- das deutet leider nicht auf ein stabiles Gemeinwesen hin, eher im Gegenteil → was noch steht, wirkt irgendwie hohl und hinfällig
- die Frage, ob man Experten und Fakten in dieser Angelegenheit Glauben schenken kann oder nicht, erweist sich als gar nicht so einfach und voller Probleme und Widersprüche → meiner Meinung nach soll man in einer Demokratie nichts und niemandem Glauben schenken – und schon gar nicht von Massenmedien Vermitteltem
- die selektive Zuschreibung von Verantwortlichkeit und Ernsthaftigkeit sind diskursive Machtmittel
- wer auch nur das Geringste von Wissenschaft und Politik versteht, wird fehlende Einigkeit auch keineswegs überraschend und auf gar keinen Fall verwerflich finden
- die Debatten werden im Falle Corona nicht auf verantwortliche Weise weitergeführt
- Wissenschaftlichkeit bedeutet nicht Fakten zu sammeln, bis man die Wahrheit kennt, um diese dann mit allen Mitteln gegen Ketzer zu verteidigen → Wissenschaft bedeutet systematisiertes fundamentales Zweifeln, es ist unsere Verantwortung, gerade das anzuzweifeln, was uns als unwiderlegbare „Tatsache“ vorgelegt wird
- wer die „Fakten“ zu Corona und die dadurch begründeten Maßnahmen anzweifelt wird diffamiert → Diskursmacht: Vereinfachung, Ausgrenzung, Dämonisierung, Preisgabe der Lächerlichkeit und vieles mehr
- hier hat sich ein Schatz an Sätzen zur Beschreibung der Wirklichkeit herausgebildet, die von den meisten Wissenschaftlern als gültig angesehen werden, und die eben solche radikalen Maßnahmen, wie die, die man jetzt panikartig gegen Corona ergreift, sinnvoll erscheinen lassen würden
- unterschiedliche Herangehensweisen vergleichbarer Länder wie Norwegen (totaler Lock Down) und Schweden (klare Empfehlungen zu sozialem Abstandhalten, aber kein Lock Down) → man macht es sich hier zu leicht, wenn man nur die Todeszahlen der beiden Länder vergleicht
- Schweden ‚führt‘ im Moment mit 3831 zu 234 → Todeszahlen und Maßnahmen bilden in obigem Beispiel eine Korrelation, aber man kann auf dieser Grundlage nicht ohne Weiteres auf ein Ursachenverhältnis schließen
- andere Faktoren können eine zentrale Rolle spielen→ zum Beispiel die Organisation von Altenheimen: weit mehr als früher, vermitteln heute private Arbeitsagenturen Kurzzeitpflegekräfte nach Bedarf. Das führt dann dazu, dass Aushilfskräfte jede Woche in bis zu 20 verschiedenen Einrichtungen tätig werden. Unter solchen Bedingungen verbreitet sich ein Virus natürlich weit schneller, als wenn man jeden Tag auf dieselben fünf bis sechs fest Angestellten treffen würde. Welche Rolle spielen nationale Unterschiede hier?
- die Folgekosten sind nicht eindeutig zu ermitteln → durch den totalen Lock Down verursachte Depressionen, Selbstmorden, Arbeitslosigkeit, Konkurse, häusliche Gewalt, schulischen Drop Outs
- Zahlen gibt es für diese Konsequenzen noch nicht → sie lassen sich nur nicht so leicht in schönen Graphen medial aufarbeiten und vermitteln
- Experten, Politiker und Medien rekurrieren auf ein Zahlenmaterial, das statistisch gesehen, zweifelhaft erscheint → Zahlen werden nicht kritisch hinterfragt
- darauf basierend weltweit radikale Maßnahmen: man sperrt Milliarden Menschen in ihren Häusern (oder eher Hütten oder Baracken) ein. Man verwehrt es ihnen, Geld zu verdienen, um ihre Familien ernähren zu können (nicht bei uns natürlich). Man vernichtet Arbeitsplätze, zerstört soziale Sicherheitsnetze und nimmt Schulden in noch nie gekanntem Ausmaß auf. Man führt Notstandsgesetze ein, überwacht und reguliert das Leben von Bürgern bis ins kleinste Detail → Zweifel und eine offene Debatte darüber sind politisch und gesellschaftlich unerlässlich
- jedes Jahr sterben weltweit 770.000 Menschen an AIDS, es gibt über 32 Millionen Infizierte → wie viele Menschen sterben jedes Jahr, weil ihnen Zugang zu reinem Wasser oder die grundlegendste medizinische Versorgung fehlen? Ein Bruchteil der im Moment gegen Corona aufgebrachten Mittel würde hier wahre Wunder bewirken
- BRD: knapp 500 Milliarden Euro für Direkthilfen und weit höhere Beträge für die Absicherung von Notkrediten der Wirtschaft, USA: über 3.000 Milliarden Dollar bisher etc. → gleichzeitig bittet die UNO um lächerliche sechs Milliarden Euro für Sofortmaßnahmen in den ärmsten Ländern der Welt, aber es wurden nicht mehr als zwei Milliarden bewilligt
- staatliche und kommerzielle Massenmedien erschaffen Welten, etablieren Handlungsnormen und begrenzen politische Spielräume im Verhältnis zu Corona → sie tun dies nicht auf demokratisch balancierte Art und Weise sondern aufgrund eigener, einem durchkommerzialisierten System innewohnender Logiken und Dynamiken
- sie werden dadurch auch für Entscheidungsträger handlungsleitend → die Macht der Leitmedien liegt in der Lenkung von Aufmerksamkeit und der Gewichtung unterschiedlicher und oft widersprüchlicher Fakten und Stimmen
- sie konstruieren soziale Wirklichkeit aufgrund von Aussagen und unterschlagen dabei, dass diese Aussagen nicht die einzig gültigen und möglichen sind → Macht durch Auswahl
- es ihre Aufgabe, unterschiedliche Expertenmeinungen kritisch zu hinterfragen und balanciert darzustellen, statt nur eine Auswahl davon als angeblich eindeutige Fakten zu verbreiten
- eine Gesellschaft, die es einem Elitenklüngel überlässt zu entscheiden, welche Positionen und Ideen die Öffentlichkeit verträgt und vor welchen sie beschützt werden muss, ist nicht länger demokratisch
- WHO: wichtige Mitgliedsländer halten seit Jahren ihre Beiträge zurück und treiben die Weltgesundheitsorganisation so in eine stetig steigende Abhängigkeit von wohltätigen Mäzenen → es werden Lösungen von oben verordnet, statt sie auf Grundlage der sozialen Lebenswelten der Betroffenen von unten her langsam zu entwickeln
- Gesundheitspolitik ist zu wichtig, um sie allein den Medizinern zu überlassen → was sind die psychischen, sozialen, politischen und wirtschaftlichen Folgekosten unseres Kampfes gegen Corona?
- alle „ernstzunehmenden“ und „verantwortlichen“ Akteure stimmen in Rufe nach einer starken Staatsmacht ein, die uns beschützen soll vor dem Virus, vor einander und vor uns selbst, und öffnen dadurch einer autoritären Variante des dominierenden Neo-Liberalismus Tür und Tor
Literaturangaben
- Grégoire Chamayou: Die unregierbare Gesellschaft: Eine Genealogie des autoritären Liberalismus. Frankfurt/Main: Suhrkamp 2019.
- Andreas Hepp: Deep Mediatization. London: Routledge 2020.
- Uwe Krüger: Mainstream: Warum wir den Medien nicht mehr trauen. München: C.H. Beck 2016.
- Linsey McGoey: Der Siegeszug der Wohltätigkeit. Jacobin (13.5.2020)
- Michael Meyen: Journalismus nach Corona. In: Michael Meyen (Hrsg.): Medienrealität 2020a.
- Michael Meyen: Vom Kampf um die Öffentlichkeit. In: Michael Meyen (Hrsg.): Medienrealität 2020b
- Michael Meyen: Die Expertokratie. Rubikon. (18. März), 2020c.
- Michael Meyen: Breaking News: Die Welt im Ausnahmezustand (2. Auflage). Frankfurt/Main: Westend Verlag 2018.
- Karl Popper: The Logic of Scientific Discovery. London: Routledge 2004.
- Mandy Tröger: Journalismus in Corona-Zeiten: Eine Kritik der Kritik. In: Michael Meyen (Hrsg.): Medienrealität 2020.
Neue Gefahren durch Covid-19 in Nieren, Herz, Gehirn und anderswo sind reine Spekulation.
Das neuartige Corona-Virus (SARS-CoV-2) sei doch kein reines Atemwegsvirus. Es sei neben der Lunge auch in zahlreichen anderen Organen und Organsystemen zu finden – so zum Beispiel auch in der Niere, wo es jetzt auch für weitere Organschäden bei einer COVID-19-Infektion verantwortlich gemacht wird. Das stimmt, spielt aber nur bei sehr wenigen alten und stark durch andere Krankheiten geschwächten Patienten eine Rolle.Seit der Rechtsmediziner Prof. Püschel in Hamburg trotz RKI-Verbot nachgeschaut hat, woran SARS-CoV-2 positiv Getestete wirklich gestorben waren, trauen sich auch weitere Pathologen in Deutschland, der Schweiz oder Österreich genauer nachzuschauen.
Inzwischen kann man die Ergebnisse dieser Obduktionen so zusammenfassen, dass fast alle, die wegen einer nachgewiesenen Covid-19 Infektion obduziert wurden, mindestens eine, meistens aber mehrere schwere Krankheiten hatten. Nur bei sehr wenigen fand man keine weitere mögliche Todesursache.
Normalerweise werden ältere Patienten, die in der Klinik sterben, nur zu einem sehr geringen Prozentsatz (3,6%) obduziert. Weil die Obduktionen in diesem Jahr wegen der positiven SARS-CoV-2 Tests stattfanden, war es klar, wonach gesucht wurde. Und da man in der modernen molekularen Medizin nur das findet, wonach man sucht, wurden die 22 Fälle in Hamburg von Nierenärzten und Internisten (vor)eilig publiziert. Covid-19 ist „in“ und mit dem Thema lassen sich zurzeit mehr Forschungsgelder an Land ziehen als mit Palliativmedizin.
Eine Aussage ist in diesem Fall aber lediglich über die Suchenden, nicht aber über das Gesuchte möglich.
Vergleichbar gründliche Untersuchungen nach der Verteilung von Grippeviren oder gar nach Coronaviren im Körper hat es sonst in Deutschland wenig gegeben. Natürlich fand man bei den alten Menschen jetzt in verschiedenen Organen auch die in diesem Jahr aktuellen Coronaviren. Dass Coronaviren bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem in vielen Organen zu finden sind, weiß man schon lange. Sie haben für viele Gewebe im Körper einen Schlüssel und können damit in über 70 verschiedenen Geweben ein Schloß (Rezeptor) finden, das ihnen die Zellwand öffnet. Das weiß man spätestens seit SARS.
Den meisten dieser Berichte ist gemeinsam, dass erstaunlicherweise keine Angaben über die vor dem Tode verwendeten Medikamente gemacht wurden. Dieses Manko ist schwerwiegend, da gerade bei Covid-19 ein gefährlicher Wildwuchs an experimenteller Arzneimittelnutzung zu beobachten ist und einige der beobachteten Veränderungen durchaus als Nebenwirkung von Medikamenten auftreten können.
Fakt (Stand der Wissenschaft) ist also:
- Covid-19 Infektionen kommen auch bei Schwerkranken vor und können hier auch zu Schädigungen an unterschiedlichen Organen beitragen.
- Die Todesstatistiken zeigen "neue Gefahren" nur durch die Folgen des Lockdown.
- Eine „neue“ Gefahr durch Covid-19 wird interessengeleitet herbeigeredet und ist reine Spekulation.
- Für nicht stark geschwächte Menschen entspricht Covid-19 einer normalen Grippe-Erkrankung.
- Bisher gibt es nur unterstützende aber keine speziellen Medikamente gegen Covid-19.
- Einige empfohlene Medikamente sind für bestimmte Menschen lebensgefährlich.


