Donnerstag, 14. Mai 2020

RKI

http://www.rolf-kron.de/

Das Nowcasting des RKI - die Vorhersage für gestern und heute

“It is very difficult to predict — especially the future.”
(Nils Bohr)

Auf einer Pressekonferenze am 12.05. stellte das RKI den nächsten epidemiologischen Kennwert vor (in diesem Fall ein echtes RKI-Produkt): die so genannte "geglättete" oder "stabile Reproduktionszahl", die die Neuerkrankungen der jeweils letzten drei Tage und die besonderer hotspots (Schlachthöfe, ...) zunächst unberücksichtigt lässt. Hintergrund ist die in Deutschland immer noch unfassbar relevante Meldeverzögerung von Fällen zwischen den lokalen Gesundheitsämtern und dem RKI.

Die beiden zentralen Grundprobleme beim Auswürfeln von R durch das RKI bleiben ungelöst:
  • erstens das Nichtberücksichtigen der (steigenden) Testzahlen - wenn R geschätzt wird aus der Differenz der Infektionszahlen zwischen Tag X und Tag X+4, in der Zwischenzeit die Anzahl der durchgeführten Tests aber substantiell erhöht wurde, steigt schon allein dadurch die Zahl der gefundenen Fälle und verzerrt R im Sinne von zu hoch geschätzter Werte
  • zweitens und vor allem stimmt unverändert die Datenbasis nicht: R wird in Deutschland berechnet aus den positiven Testergebnissen Krankheitsverdächtiger (denn nur diese werden getestet und diese sind in ihrer Gesamtheit überhaupt nicht repräsentativ für die Gesamtbevölkerung) - damit ist diese Datengrundlage wertlos, die Ergebnisse irrelevant für die Gesamtbevölkerung: epidemiologischer Müll, populistisches Blendwerk.
Interessant ist die Feststellung des RKI auf der Pressekonferenz, die von ihm geratene Reproduktionszahl spiegele die Infektionssituation des jeweiligen Zeitpunktes 10 Tage früher - nimmt man das RKI hier ernst und beim Wort und betrachtet unter diesem Aspekt die zeitliche Verlaufskurve von R  wird deutlich, dass nicht einmal das Verbot von Großverantstaltungen am 09.03. substantiell Einfluss auf den Verlauf genommen hat.

Was wissen wir denn nun eigentlich wirklich?
Die Antwort ist - angesichts der Entscheidungen, die auf diesem vermeintlichen Wissen fussen - mehr als ernüchternd...
Wir kennen:
  • die Größenordnung der wöchentlich durchgeführten SARS-CoV-2-Tests (nicht etwa ihre genaue Zahl, da nicht alle testenden Labors an das RKI melden)
  • den Anteil der positiven Testergebnisse
Wir wissen nicht:
  • wievielen getesteten Menschen die Zahl der Tests entspricht, weil es nicht unüblich ist, die geforderten Abstriche von Rachen und Nase getrennt zu machen (empfohlen ist es anders...) und separat an das Labor zu schicken.
  • wie hoch der Anteil positiver Abstriche in der Gesamtbevölkerung wäre - denn: getestet werden in Deutschland nach den Empfehlungen des RKI ja nur Menschen, bei denen ein Verdacht auf COVID-19 besteht ("Verdachtsfälle").
Der Prozentsatz positiver Tests im Vergleich zur Gesamtzahl der Tests unterliegt also einem systematischen Fehler, einem bias, und kann nicht ohne weiteres auf die Gesamtbevölkerung übertragen werden. Dennoch lässt sich mit mit deutlich dickerem Eis unter den Füßen, als das RKI üblicherweise für seine mathematische Akrobatik braucht, folgern:
  • selbst unter den Verdachtsfällen ist der Anteil der tatsächlich SARS-CoV-2-Infizierten nicht höher als 10%
  • unter den Verdachtsfällen sinkt der Anteil der tatsächlich SARS-CoV-2-Infizierten die zweite Woche in Folge
  • mit großer Wahrscheinlichkeit ist damit auch in der Gesamtbevölkerung derzeit der Anteil der tatsächlich SARS-CoV-2-Infizierten nicht wesentlich höher als 10% (weil die Verdachtsfälle ja eher eine "Negativ-Vorauswahl" bezüglich des Infektionsrisikos darstellen).
  • mit großer Wahrscheinlichkeit sinkt damit auch der Anteil der SARS-CoV-2-Infizierten in der Gesamtbevölkerung (den wir nicht kennen!) spätestens seit 2 Wochen
  • auch aus dem Verlauf der positiven Testergebnisse lässt sich - so wenig wie aus dem "nowcasting" des RKI - kein überzeugender Effekt des strengen Kontaktverbotes ab dem 23.03. ablesen


Interview mit Dr. Gunter Frank, 20 Minunten >>

Das brisante Corona-Papier und seine Botschaft

Hier äußerst sich erstmals in einem Video-Interview der Heidelberger Arzt Gunter Frank, der bei Achgut.com brisante Details zu dem am Wochenende bekannt gewordenen Papier eines Referenten im Bundesministerium des Innern veröffentlicht hat.

Dr. Frank hat , wie andere renommierte Fachleute, extern an der medizinischen Schadens-Analyse zu den Corona-Maßnahmen mitgewirkt. Deren Bekanntwerden erschüttert das Innenministerium und löst einen beachtlichen Regierungs-Skandal aus. Franks Enthüllungen zu dem Papier illustrieren das Versagen von Regierung und Medien und sind Beleg für einen Systemausfall, der Angst machen kann.
  • Der medizinische Schaden:
    2,5 Mio. Operationen, Weiterbehandlungen, Früherkennung sowie Pflege-Einschränkungen während der Corona-Monate - dazu nach Schätzungen 500 Mio. Euro Verlust bei den 4 großen UNI-Kliniken in Baden-Württemberg
  • Diffamierung von Experten:
    "Ich sehe eine generelle Entwicklung über die letzten Jahre, dass wertvolle Fachexpertise, wenn sie sich kritisch zum Regierungshandeln äußert, nicht gehört wird. Das ist ein Mechanismus, der hat sich im Fall von Corona so massiv ausgewirkt, dass wichtige Warner einfach nicht mehr wahrgenommen wurden".
  • Moralisierung der Gesellschaft:
    "Es ist heute wirklich auch einfach, eine leicht zu hinterfragende moralistische These aufzustellen, und schon gibt es Applaus von allen Seiten, und derjenige, der verantwortungs-ethisch denkt, der fragt, was hinten rauskommt,  der wird sofort in die moralistische Ecke gestellt, als Leugner, Ketzer, wie auch immer - diese Entwicklung fällt uns gerade bei Corona auf die Füße".
  • Medizinische Versorgung:
    "Es wird bis weit in den Herbst hinein dauern, bis in den Kliniken wieder der Normalbetrieb läuft, weil sich nicht alles einfach auf Knopfdruck wieder hochfahren lässt".
  • Der Lockdown:
    "Spätestens an Ostern hätte man wissen müssen müssen, dass der Lockdown enden muss".
  • Der Referent im Innenministerium:
    Er hat jetzt rechtlichen Beistand; "für mich hat der Mann einen absolut vernünftigen Eindruck gemacht; er war vor 10 Jahren schon stark engagiert bei einem Missbrauchs-Skandal in der evangelischen Kirche; ein mutiger Mann im vollen Besitz seiner geistigen Kräfte; es wird jetzt versucht, ihn zu psycho-pathologisieren
  • Teilnehmer der Studie:
    "Gestandene Wissenschaftler mit einer wirklich tollen Lebensleistung; unter ihnen Sucharit Bhakdi und Professor Peter Schirmacher, der leitende Pathologe der UNI Heidelberg
  • Herbe Kritik an den Leitmedien:
    "Wir brauchen die Medien, die kritisch nachhaken, und das vermisse ich total".
  • Zu der dünnen Daten- und Tatsachengrundlage für die Corona-Maßnahmen:
    "Wir wollen doch eine Herausforderung meistern, aber wir wollen wissen, welche".


Tolles Interview von Saas News mit einem Hausarzt 30 Minuten >>

Ernst Zimmer: Es wird keine zweite Welle geben


Ein Leserbrief des saarländischen Hausarztes Dr. Ernst-M. Zimmer beschäftigte in der vergangenen Woche viele Menschen aus den medizinischen und pflegerischen Berufen. Wir besuchten ihn in seiner Hilbringer Praxis und sprachen über seine Sicht der Dinge.

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