Montag, 20. April 2020

Professor Martin Haditsch


Tolles Video! 30 Minuten >>
Der Österreicher Prof. DDr. Martin Haditsch, Facharzt Mikrobiologie, Virologie und Infektionskrankheiten im TravelMedCenter Leonding (Österreich) und auch für die Labor Hannover MVZ GmbH tätig, steht dem totalen Shutdown kritisch gegenüber.

Ergänzung zum Video COVID-19 vom 30.3.2020 mit Antworten zu häufig gestellten Fragen





Gefährlich ist’s den Leu zu wecken,
Verderblich ist des Tigers Zahn;
Jedoch der schrecklichste der Schrecken,
Das ist der Mensch in seinem Wahn.

Friedrich von Schiller


Hier noch ein wunderbares Interview - Wodarg mit dem Rapper Leon Lovelock, mehr als zwei Stunden, aber es lohnt sich!



Noch ein sehr gutes Interview: 40 Minuten

„Auf zur friedlichen Rebellion!“

Lothar Hirneise erklärt im Videointerview mit Jens Lehrich, warum es gerade jetzt wichtig ist, selbst zu denken und der Politik Paroli zu bieten.
Lothar Hirneise ist ein freundlicher, gelassener und vor allem friedlicher Mensch. Im Oktober 2019 habe ich ihn persönlich kennengelernt, als er in Hamburg einen Vortrag über sein Kernthema „Die 10 größten Mythen der Onkologie“ gehalten hat. Seit über 20 Jahren forscht der ehemalige Krankenpfleger auf eigene Faust zum Thema Krebs und führt ein privates alternatives Krebszentrum in Baden-Württemberg. Starken Gegenwind ist er also gewohnt, immer wieder hat der Mainstream versucht, Hirneise in der Öffentlichkeit als Scharlatan darzustellen, immer wieder ist er daran gescheitert, weil die Erfolge von Lothar Hirneise für sich sprechen.

Doch im Zuge der Corona-Krise wurde es auch dem sympathischen Schwaben „zu viel“, die Diffamierung anderer Meinungen in Bezug auf das Virus haben ihn handeln lassen. Lothar Hirneise gründete quasi über Nacht die Initiative „Ich bin anderer Meinung!“.

Innerhalb weniger Stunden wurde der neue YouTube Kanal fast dreitausend Mal abonniert, Zehntausende schauten das Video, das Mailpostfach von Hirneise läuft seit Tagen über, immer mehr Menschen wollen sich dieser Bewegung anschließen, weil sie spüren, dass in unserem Staat etwas Grundlegendes nicht mehr stimmt.

„Bei mir melden sich gerade auch viele Ärzte und Wissenschaftler, die dankbar sind, dass endlich eine Initiative zur freien Meinungsäußerung auf den Weg gebracht wurde“, sagt Hirneise im Vorgespräch. Um all die E-Mails und die Sorgen der Menschen beantworten zu können, sitze er oft bist 3 Uhr in der Nacht an seinem Computer.

Hirneise, der auf Mallorca lebt, ist wütend über die aus seiner Sicht völlig unnötigen Maßnahmen zur Virusbekämpfung. „Hier fühlt es sich an wie im Krieg, über mir schweben ständig Hubschrauber, mehr als tausend Menschen auf der Insel sind schon verhaftet worden,“ sagt Lothar Hirneise aufgewühlt. Dennoch wolle er mit seiner neuen Initiative optimistisch in die Zukunft schauen. „Wenn wir jetzt gemeinsam gegen die Machenschaften der Mächtigen aufstehen, dann haben wir noch die Chance auf eine bessere Zukunft, besonders für unsere Kinder.“


 Berliner Zeitung, 19.4.2020 - 00:11 , Robert John

Keine erhöhte Sterberate durch Corona in der ersten März-Hälfte

Das Statistische Bundesamt veröffentlicht eine Sonderauswertung der Sterbefallzahlen. In der ersten Märzhälfte gibt es im Jahresvergleich keine Erhöhung durch Corona. 
In Deutschland sind laut Robert-Koch-Institut bisher 4110 Menschen aufgrund von COVID-19 gestorben (Stand 18.4.2020). Die ersten beiden erfassten Todesfälle gab es am 9. März in Nordrhein-Westfalen. Wie stark sich die Corona-Pandemie auf die durchschnittliche Sterberate in Deutschland auswirkt, zeigt das Statistische Bundesamt in einer Sonderauswertung. Bisher gibt es zunächst die aktuellen Sterbefallzahlen bis zum 15. März.

Da in Deutschland täglich mehrere Tausend Menschen sterben, sind Anfang März noch keine Sondereffekte durch die Coronakrise abzulesen. Das Bundesamt schreibt: "Die ersten vorläufigen Daten für das Jahr 2020 geben aktuell noch keine Hinweise auf eine Übersterblichkeit durch COVID-19 mit auffälligen Abweichungen nach oben. Im Januar 2020 starben nach dieser Auszählung etwa 85.000 Menschen. Im Februar 2020 waren es mindestens 79.000 Personen. Auch in der ersten Märzhälfte ist bislang kein auffälliger Anstieg der Sterbefallzahlen erkennbar. Da die Grippewelle 2020 seit Mitte März als beendet gilt, könnte ein möglicher Anstieg von Sterbefallzahlen im weiteren Verlauf des Jahres 2020 in einem Zusammenhang mit der Corona-Pandemie stehen."

Ob die Sterbefallzahlen ab der zweiten Märzhälfte insgesamt erhöht sind, sollen künftig regelmäßig veröffentlichte Sonderauswertungen zeigen, teilte das Statische Bundesamt am Freitag mit. Erste Zahlen für den gesamten März 2020 sollen am 30. April 2020 zur Verfügung stehen.

Bei den aktuell vorliegenden Daten aus den vergangenen Jahren seien die typischen Schwankungen während der Grippezeit von ungefähr Mitte Dezember bis Mitte April zu erkennen. Im März 2019 starben beispielsweise etwa 86.000 Menschen, im März 2018, also in einem Jahr, als die Grippewelle besonders ausgeprägt war, waren es 107.000. Von diesen Schwankungen, auch das zeigen die Zahlen, ist vorwiegend die Altersgruppe ab 65 Jahren betroffen.


 Autor: Dr. Peter F. Mayer aus Niederösterreich

Shutdown überzogen und Kollateralschäden wachsen


Zusammenfassung:
  • Österreich: ein allgemeines Shutdown mit harten Maßnahmen durchgezogen, aber auf gezielten Schutz für besonders gefährdete Personen verzichtet
  • Fokus war einseitig auf Erhaltung der Kapazität an Intensivbetten gerichtet -> aber immer mehr Kollateralschäden zu verzeichnen
  • die Bedeutung von Zahlen: sinnlos ist, das Verhältnis von gemeldeten Fällen zu Todesfällen zu berechnen, gemeldete Fälle hängen von der Zahl der Tests ab - mehr Tests mehr gemeldete Fälle
  • die Zahl der Infizierten ist nirgends, in keinem Land und zu keiner Zeit bekannt -> zu viele Infektionen verlaufen ohne Symptome, fallen daher nicht auf und landen in keiner Statistik
  • die Immunität unter der Bevölkerung  wird unterschätzt-> in der Lombardei liege Immunisierungrate bei 22%
  • Drosten: eine Immunität für das jetzige Coronavirus auf Grund von Infektionen mit anderen Coronaviren sei wahrscheinlich -> es gebe eine Art Grundimmunität, vor allem auch bei Kindern
  • Atemwegserkrankungen durch Coronaviren machen jährlich etwa 20% der Infektionen aus
  •  Kollateralschäden -> Kontroll- und Operationstermine werden  verschoben, in Wien kommen z.B. weniger Patienten mit Herzinfarktsymptomen in die Spitäler
  • der Bedarf an Intensivbetten wurde erheblich überschätzt -> in Deutschland und der Schweiz gibt es deshalb in vielen Spitälern Kurzarbeit
  • da die Umsätze für normale Behandlungen entfallen, wird medizinisches Personal zur Kurzarbeit angemeldet -> eine absurde Situation angesichts des Rückstaus an notwendigen Behandlungen
  • aus Frankreich werden vermehrt Suizide gemeldet: aus Angst vor dem Coronavirus oder aus Angst, jemanden angesteckt zu haben
  • die Schulschließungen schaden vor allem Kindern aus bildungsfernen Schichten und haben auch negative gesundheitliche Konsequenzen
  • Schulschließungen haben nicht zur Verbesserung der Kontrolle über die Krankheitsausbreitung während der SARS-Pandemie 2003 beigetragen. 
  • der Shutdown wurde ohne die wissenschaftlichen Grundlagen offenzulegen verfügt
  • die getroffenen Maßnahmen haben die gefährdete Gruppe in den Altersheimen nicht geschützt -> eine Analyse von Daten aus fünf europäischen Ländern zeigt, dass Bewohner von Plegeheimen bisher zwischen 42% und 57% aller „Covid19-Todesfälle“ ausmachten
  • jährlich sterben 2,6 Millionen Menschen an Atemwegsinfektionen -> SARS-CoV-2 kann aus statistischer Sicht nicht als gefährlicher bzw. tödlicher als andere, bereits bekannte Corona-Viren angesehen werden

Österreich und viele andere Länder haben nach dem Vorbild von China ein allgemeines Shutdown mit recht harten Maßnahmen durchgezogen, aber auf gezielten Schutz für besonders gefährdete Personen verzichtet. Fokus und Begründung der Maßnahmen war dabei recht einseitig auf Erhaltung der Kapazität an Intensivbetten gerichtet. Es zeigt sich aber, dass in anderen Bereichen immer mehr Kollateralschäden zu verzeichnen sind, vor allem auch im medizinischen und Gesundheitsbereich.

Nicht nützlich ist, dass die Bedeutung von Zahlen häufig völlig missverstanden wird. Sinnlos ist etwa das Verhältnis von gemeldeten Fällen zu Todesfällen zu berechnen. Gemeldete Fälle hängen von der Zahl der Tests ab - mehr Tests mehr gemeldete Fälle. Die Zahl der Infizierten ist dagegen nirgends, in keinem Land und zu keiner Zeit bekannt. Zu viele Infektionen verlaufen ohne Symptome, fallen daher nicht auf und landen in keiner Statistik.

Warten auf Antikörpertests

Einen wirklichen Einblick in die Zahl der tatsächlich infiziert gewesenen werden wir erst erhalten, wenn billige und einfach zu handhabende Antikörpertests zur Verfügung stehen um eine repräsentative Stichprobe der Bevölkerung untersuchen zu können.

Es deuten immer mehr Erkenntnisse darauf hin, dass die Immunität unter der Bevölkerung unterschätzt wird. Neue Antikörper-Daten aus der italienischen Gemeinde Robbia in der Lombardei zeigen, dass rund zehnmal mehr Personen den Coronavirus hatten als ursprünglich angenommen, da sie keine oder nur leichte Symptome entwickelten. Die Immunisierungrate liege bei 22%.

Der deutsche Virologe Christian Drosten sagt in seinem gestrigen ARD-Podcast, dass es eine Immunität für das jetzige Coronavirus auf Grund von Infektionen mit anderen Coronaviren wahrscheinlich sei. Es gebe eine Art Grundimmunität, vor allem auch bei Kindern. Atemwegserkrankungen durch Coronaviren machen jährlich etwa 20% der Infektionen aus.

Kollateralschäden

Österreichische Internisten warnen vor „Kollateralschäden“: Abseits des Coronavirus werden Kontroll- und Operationstermine verschoben, „Kollateralschäden“ würden damit drohen. In Wien kommen z.B. weniger Patienten mit Herzinfarktsymptomen in die Spitäler. 

Der Bedarf an Intensivbetten wurde erheblich überschätzt. In Deutschland und der Schweiz gibt es deshalb in vielen Spitälern Kurzarbeit, da die Umsätze für normale Behandlungen entfallen, wird medizinisches Personal zur Kurzarbeit angemeldet. Eine absurde Situation angesichts des Rückstaus an notwendigen Behandlungen.

Aus Frankreich werden vermehrt Suizide gemeldet, die aus Angst vor dem Coronavirus erfolgen oder aus Angst, jemanden mit dem Coronavirus angesteckt zu haben.

Ein eigenes großes Kapitel sind die Schäden auf dem Gebiet der Beschäftigung und Arbeitslosigkeit, sowie deren Folgen. Wie man damit im Sinne der Menschen umgehen kann, zeigt Spanien vor.

Kein Nutzen von Schulschließungen

Die Schulschließungen schaden vor allem Kindern aus bildungsfernen Schichten und haben auch negative gesundheitliche Konsequenzen.

Rasche Schulöffnung vermeidet weitere Schäden für Kinder

Eine systematische Untersuchung zu der Frage, ob Schulschließungen wirksam sind ergibt kein gutes Zeugnis für Schulschließungen. Ein Übersichtsartikel im angesehenen Medizinjournal The Lancet evaluiert 16 Artikel, die die Wirksamkeit von Schulschließungen oder anderen in Schulen implementierten sozialen Distanzierungsmaßnahmen zur Eindämmung der SARS-Pandemie 2003 untersuchten. Die Daten deuten darauf hin, dass Schulschließungen nicht zur Verbesserung der Kontrolle über die Krankheitsausbreitung während der SARS-Pandemie 2003 beitrugen. Die Autoren sprechen sich dafür aus, weniger drastische soziale Maßnahmen in Schulen zu setzen.

Shutdown mit falschen Prioritäten

Der Shutdown wurde ohne die wissenschaftlichen Grundlagen offenzulegen verfügt. Auch zu den derzeitigen Maßnahmen und insbesondere für die fortgesetzte Schulschließung gibt die Regierung keine Gründe bekannt. In anderen europäischen Ländern wie Deutschland, Schweden, Dänemark etc werden Begründungen dagegen offengelegt und diskutiert.

Die Daten zeigen, dass die getroffenen Maßnahmen insbesondere die gefährdete Gruppe in den Altersheimen nicht geschützt haben. Eine Analyse von Daten aus fünf europäischen Ländern zeigt, dass Bewohner von Plegeheimen bisher zwischen 42% und 57% aller „Covid19-Todesfälle“ ausmachten. Zugleich zeigen drei US-Studien, dass bis zu 50% aller testpositiven Bewohner von Pflegeheimen zum Testzeitpunkt (noch) keine Symptome zeigten. Daraus lassen sich zwei Schlüsse ziehen: Einerseits scheint sich die Gefährlichkeit des neuen Coronavirus – wie bereits vermutet – auf eine kleine, sehr verwundbare Bevölkerungs­gruppe zu konzentrieren, die es noch besser zu schützen gilt.

Ein deutscher Palliativmediziner argumentiert in einem Interview, dass man bei der Behandlung von Covid19-Patienten „sehr falsche Prioritäten gesetzt und alle ethischen Prinzipien verletzt“ habe. Es gebe eine „sehr einseitige Ausrichtung auf die Intensivbehandlung“, obschon „das Verhältnis zwischen Nutzen und Schaden“ oftmals nicht stimme. Man würde aus oftmals schwerstpflegebedürftigen Patienten, die in der Vergangenheit zumeist palliativ behandelt worden seien, durch eine neue Diagnose Intensivpatienten machen und sie einer leidvollen, aber oftmals aussichtslosen Behandlung (mit künstlicher Beatmung) unterziehen. Im Vordergrund müsse der Wille des jeweiligen Patienten stehen.

Kritik am Lockdown in Dänemark

In Dänemark wird der Lockdown inzwischen bereut: „Wir hätten nie den Stoppknopf drücken sollen. Das dänische Gesundheitssystem hatte die Situation unter Kontrolle. Der totale Lockdown war ein Schritt zu weit.“, argumentiert Professor Jens Otto Lunde Jørgensen vom Aarhus Universitätskrankenhaus. Dänemark fährt derzeit den Schulbetrieb wieder hoch.

In Dänemark hat die Öffnung der Schulen nach Ostern wieder begonnen. Die dänische Regierung setzt damit andere und sinnvollere Schwerpunkte als bei uns.

SARS-CoV-2: Mögliche Überschätzung der Gefahr

Eine Studie zum Auftreten und zur Sterblichkeit von SARS-CoV-2 im Vergleich mit gängigen Corona-Viren vergleicht das Auftreten (Inzidenz) und die Sterblichkeit (Mortalitätsraten) von vier bekannten, gängigen Corona-Viren, die jährlich für Millionen von Erkrankungen verantwortlich sind mit der Inzidenz und Mortalitätsrate von SARS-CoV-2. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass das Problem von SARS-CoV-2wahrscheinlich überschätzt wird, da jährlich 2,6 Millionen Menschen an Atemwegsinfektionen sterben, verglichen mit weniger als 4.000 mit SARS-CoV-2 assoziierten Todesfällen (zum Zeitpunkt des Verfassens des Artikels). SARS-CoV-2 kann aus statistischer Sicht nicht als gefährlicher bzw. tödlicher als andere, bereits bekannte Corona-Viren angesehen werden.

Gründe für die hohe Mortalität in Italien: Luftverschmutzung als Einflussfaktor

Als Totschlag Argument wird von Regierung und Befürwortern harter Maßnahmen immer wieder Italien angeführt und auf die Bilder in dortigen Kliniken hingewiesen, ohne auf Fakten bezüglich der gravierenden Unterschiede zu uns einzugehen. Die hohe Zahl an Todesfällen in ungeschützten Seniorenheimen ist oben aus der Tabelle mit 45% ersichtlich. Auf den Unterschied durch Luftverschmutzung haben ich bereits hier hingewiesen.

Ein detaillierter Artikel untersucht den Zusammenhang zwischen der hohen SARS-CoV-2-Mortalität und der Luftverschmutzung in Norditalien, und hierbei speziell in den Regionen der Lombardei und Emilia Romagna, die zu den Regionen mit der höchsten Luftverschmutzung in Europa zählen. Die Autoren zeigen auf, dass Personen, die in einer Region mit hohen Schadstoffwerten leben, ein höheres Risiko aufweisen, eine chronische Atemwegserkrankung aufzuweisen. Dies gilt auch für junge und gesunde Personen. Die Autoren rufen folglich dazu auf, die hohe Luftverschmutzung Norditaliens als zusätzlichen Einflussfaktor der hohen Sterblichkeit zu berücksichtigen.