Freitag, 14. Februar 2020

GLS


"Für Pessimismus ist es zu spät."

Das sagte heute GLS Bank-Vorständin Aysel Osmanoglu bei der jährlichen Einladung der GLS, diesmal wieder im Impact Hub, das übrigens auch der GLS finanziert worden ist.
Sie sind total am Expandieren, das hat mir sehr gefreut. Im Januar 2020 verzeichnete die GLS Bank so viele Neukundinn/en wie noch nie. Das Kreditvolumen ist um 423 Mio. (13 %) auf 3,8 Mrd. Euro gestiegen, die Bilanzsumme um eine Milliarde (18 %) auf 6,7 Mrd. Euro, dahinter stecken über 30.000 Unternehmen.

Es ist klar, dass wir eine Wende brauchen, sagte Jorberg, einen Wechsel des gesamten Systems. Innerhalb der Denkmuster aus der Vergangenheit, haben wir tatsächlich sehr schnell keine Zukunft mehr.
Den Finanzmärkten sind die Inhalte ihrer Investitionen vollkommen gleichgültig, was bei denen zählt ist das Risiko. Und das scheint eine wirkungsvolle Schraube zu sein. Da ist die Bank von England Vorreiterin. In England müssen die Banken nun einen Stress-Test machen (Banken HASSEN Stress-Tests...), wo es darum geht, das Risiko von Anlagen nach der CO2-Emission zu bewerten. Denn: jeder Cent, der in CO2-intensive Unternehmen investiert wird, ist extrem ausfallgefährdet. Weil das nicht mehr lange gehen wird, mit diesem Mist. RISIKO...
Die GLS Bank zeigt, wie sich ihre Finanzangebote bis 2050 auswirken. Sie wird sich mit ihren Unternehmenskundinn/en noch stärker über deren Klimastrategien austauschen.
Die GLS Bank, das Unternehmen right. based on science und das Wuppertal Institut haben dies zum ersten Mal für ein vollständiges Kreditportfolio und ihren Klimafonds bilanziert. Das Ergebnis: „Wenn alle Unternehmen so wirtschaften würden, wie die von uns finanzierten Unternehmen, dann könnte die Erderwärmung bis 2050 auf ca. 1,5 Grad begrenzt werden“, sagt Aysel Osmanoglu.
Ich bin total froh, mein Geld dort zu haben, bei dieser wunderbaren Bank!

6.2.20, Süddeutsche Zeitung
Wenn der Klimawandel Banken schadet

Thomas Jorberg, 63, warnt die Kollegen in der Finanzindustrie. Der Vorstandschef der GLS Bank sagte bei der Bilanzvorlage: „Die Klimakrise kann zu einer Bankenkrise führen.“ Die drei Buchstaben GLS stehen für „Gemeinschaftsbank für Leihen und Schenken“. Das Institut finanziert seit 1974 sozial-ökologisch orientierte Unternehmen. Die GLS orientiert ihre Geschäftsstrategie am Pariser Klimaabkommen, das eine deutliche Reduzierung der klimaschädlichen Emissionen beinhaltet. „Am Geld scheitert diese Transformation der Wirtschaft nicht. Wir haben zuviel Geld und zu wenig Sinn“, sagte Jorberg. Es fehle bei der Kreditvergabe die „Ausrichtung an Mensch und Natur“. Jorberg mahnte die Finanzindustrie zum Umdenken, wenn sie Kredite vergibt. „Jede Investition in Klimagas-Branche ist hochgradig ausfallgefährdet“, sagte Jorberg. Es drohten den Banken riesige Berge an „faulen Krediten“. Der Vorstandschef befindet sich in guter Gesellschaft: Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich warnte in ihrem jüngsten Bericht vor Verwerfungen an den Finanzmärkten. Dann nämlich, wenn aufgrund schärferer Umweltschutzgesetze die Kohlenstoffdioxid emittierenden Industrien über Nacht wertlos würden, was eine Panik an den Börsen auslösen könnte.

Die GLS Bank hat im vergangenen Jahr geschäftlich von der Klimawandeldebatte profitiert. Immer mehr Kunden möchten, dass ihr Geld in nachhaltige Projekte fließt. Die Ökobank konnte 2019 etwa 13 Prozent mehr Kredite vergeben, ihre Bilanzsumme stieg um 18 Prozent auf 6,7 Milliarden Euro. Zumindest in einem Punkt zieht die GLS Bank mit anderen Kredithäusern an einem Strang: beim Strafzins: Sparer mit mehr als 250 000 Euro auf dem Konto müssen vom 1. April an eine Gebühr von 0,5 Prozent auf ihr Guthaben zahlen. Jorberg spricht von einem „Einlagenentgelt“.