Dienstag, 7. Januar 2020

Wieder Venedig

A und R sind wieder in Venedig, wie jedes Jahr um diese Zeit.


A schreibt, man sieht nichts mehr von der Katastrophe, das Wasser ist sehr niedrig: "... im Androne (die Eingangshalle zum Canal) blättert der Putz mit und ohne Hochwasser."
Venedig bröckelt, aber hält sich über Wasser. So wie wir alle, irgendwie.
A schreibt:
Das hohe Wasser aus der Tagesschau hat sich schon lang wieder ins Meer zurück gegossen, bei blauen Himmel und Sonnenschein, so wie die Silverstergäste zurück strömen mit ratterden Rollkoffern und Platz machen den Epiphanien-Feierern am 6. Januar, nur ein Chinese trat zu nah ans Wasser, sein Blick galt wohl dem Huawei, da war er bis zum Hals im brackig grünen Wasser und froh über einen zugeworfenen Strick von einem Müllmann von seinem Schiff, da stand er dann ratlos nass am Quai mit einer guten Geschichte für zu hause. Die Bäckerin und Gemüsemann waren freundlich, aber der Metzger hat uns erkannt und uns den hohen Wasserstand erklärt. Bei unserem ersten Spaziergang nach Zattere, war es dann wieder so weit, wir haben uns wieder fein verlaufen, ein gutes Zeichen für die geliebte Stadt, man kann immer noch entdecken. Nach einem abendlichen Brotzeit mit Mortadella und einem Gläschen offenen Wein, wird es gemütlich in unserer geliebten Dachstube im Sestiere Cannaregio mit ihrem weiten Blick übers Ghetto zu den Schnee bedeckten Bergen und dem Geläut von Alvise und dem Campanile der Misericordia.